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WhatsApp als Marketingkanal

Michael Merx, 02.05.19 10:00

Wenn es um das Teilen von Information mit Freunden und Bekannten geht, ist WhatsApp eindeutig die Nummer 1. Laut einer YouGov-Studie bevorzugen inzwischen 62 Prozent der Nutzer diesen Kanal, um Inhalte zu „sharen“. Laut Erhebungen des Digitalverbands Bitkom haben 50 Millionen deutsche Internetnutzer den Messenger in den vergangenen drei Monaten verwendet. Jetzt haben die Betreiber die App für das Marketing geöffnet und auch in Deutschland WhatsApp Business gestartet.

WhatsApp Business bietet Unternehmen die Möglichkeit, ein Unternehmensprofil zu erstellen und Informationen wie eine Beschreibung sowie die Website-, E-Mail- oder auch Filialadressen zu teilen. Durch das Messaging-Tool können Unternehmer und Mitarbeiter prompt auf Kundenanfragen reagieren. Mit voreingestellten Schnellantworten lassen sich häufig gestellte Fragen rasch beantworten. Außerdem sind Begrüßungs- und Abwesenheitsnachrichten möglich. Ebenfalls interessant: WhatsApp Business liefert Statistiken zu den versendeten Nachrichten. Unternehmen können darin unter anderem ablesen, wie viele Nachrichten verschickt und erfolgreich übertragen wurden. WhatsApp wird künftig auch Werbung innerhalb seiner "Status"-Funktion anzeigen. Das bestätigte der WhatsApp-Vizepräsident Chris Daniels auf einer Veranstaltung in Neu Delhi. Daniels erklärte außerdem, dass Werbung die Haupteinnahmequelle für WhatsApp werden soll.

WhatsApp als Marketingkanal© HeikoAL / Pixabay

An der YouGove-Studie zur Messenger-Nutzung beteiligten sich mehr als 2.000 repräsentativ ausgewählte Deutsche ab 18 Jahren. Auf die Frage, über welchen Kanal sie am ehesten den Kundenservice eines Unternehmens kontaktieren würden, gaben sie Messenger-Dienste wie WhatsApp dreimal häufiger an als andere Social-Media-Kanäle und doppelt so oft wie Live-Chats auf einer Website. Als Gründe nannten sie insbesondere den Wegfall einer Warteschleife, die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten und die Möglichkeit, Informationen in Form von Texten, Bildern, Videos oder Sprache erhalten zu können.

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Diejenigen, die via Messenger mit Unternehmen kommunizieren, wollen dabei Termine vereinbaren (69 Prozent), Informationen erhalten (57 Prozent) oder Beschwerden beziehungsweise Reklamationen einreichen (48 Prozent). Dass hierfür insbesondere WhatsApp favorisiert wird, liegt sicher an der hohen Verbreitung der App. Laut dem Messenger-Marketing-Anbieter MessengerPeople hat WhatsApp generell höhere Relevanz als Facebook und Co. So gaben 62 Prozent der Befragten an, lustige oder interessante Inhalte über WhatsApp zu teilen.

Die Relevanz von WhatsApp zeigt sich auch darin, dass 45 Prozent der Umfrageteilnehmer der App erlauben, ihnen Push-Nachrichten auf den Sperrbildschirm ihres Smartphones zu schicken. Bei Nachrichten- oder Unternehmens-Apps lassen dies nur 12 beziehungsweise 10 Prozent zu. Die Studie nennt zudem spannende Zahlen zur Newsletter-Nutzung. Demnach haben zehn Millionen Menschen mindestens einen per Messenger verschickten Newsletter abonniert. Auch hier hat WhatsApp die Nase vorn: 87 Prozent haben den oder die Newsletter via WhatsApp abonniert, 7 Prozent über den Facebook-Messenger, 5 Prozent über Insta- und 1 Prozent über Telegram.

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Wer Messenger-Dienste einsetzen will, muss wissen, dass er es mit einer speziellen Zielgruppe zu tun hat: Die Nutzer sind zu einem großen Teil zwischen 18 und 34 Jahre alt und interessieren sich besonders stark für die Themen Fitness, Training, Sport, Kino und Restaurantbesuche. Und sie sind nach wie vor bei einigen Punkten kritisch eingestellt: Will das Unternehmen noch mehr Daten sammeln? Folgt jetzt noch mehr Werbung? Dies sind ihre Bedenken. Und dennoch gehen Experten davon aus, dass bis Ende 2019 die Kundensupport-Anfragen über Messenger-Dienste die Zahl der Anfragen über traditionelle soziale Netzwerke übersteigen wird. Denn die Vorteile liegen auf der Hand: schneller Kontakt zum Kundenservice, personalisierte Ansprache, kurze Reaktionszeit und Anonymisierung in Gruppenchats.

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