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Wie Sie Werbung auf Social-Media-Kanälen richtig kennzeichnen

Alisa Nathmann, 25.10.18 10:00

Wer viel in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Co. verweilt, hat sicher schon festgestellt, dass namenhafte Influencer mittlerweile fast jeden Beitrag mit Werbung kennzeichnen. Wieso machen die das? Und wie ist der rechtliche Rahmen?

Ich persönlich nutze Portale wie Instagram jeden Tag. Die Änderungen fielen mit direkt ins Auge, eine einheitliche Verwendung von Werbekennzeichnung war jedoch nicht sofort zu sehen. Viele Influencer sprechen noch heute ihren Unmut bei ihren Usern aus. Denn die meisten Verlinkungen sind völlig an den Haaren herbei gezogen. So beispielsweise die Verlinkung des Namens eines Freundes, der während der Aufnahmen im Bild oder Video zu sehen ist. Der Influencer hat hierfür schließlich kein Geld erhalten oder gar den Freund für den Beitrag bezahlt.

Für viele Nutzer ist die neue Regelung sicher abstoßend, da man das Gefühl nicht loswird, eine Dauerwerbesendung zu verfolgen.

Werbung richtig kennzeichnen© aaron-sebastian-unsplash

Influencer und Unternehmen müssen vor allem an die Nutzer denken

Für Influencer ist es deshalb umso wichtiger, ihre Kooperationen und angebotenen Werbeprodukte genauer zu überdenken und sich fragen:

  • Passt das Produkt zu meinem Lebensstil?
  • Kann ich dieses Produkt derzeit in meinen Alltag integrieren und finde ich den passenden Content?
  • Kann sich hieraus eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit mit dem Unternehmen entwickeln?
  • Interessiert sich meine Community für dieses Produkt?
  • Habe ich die richtige Zielgruppe?
  • Arbeiten derzeit viele Influencer mit dieser Marke/diesem Produkt zusammen? Möchte ich mit dieser Influencer-Gruppe verglichen werden? Könnte dies meine User abschrecken und langweilen, da viele dieses Produkt gleichzeitig präsentieren?

Denn fühlen sich die User nicht mehr von den Produkten und Empfehlungen angesprochen, „entfolgen“ sie ihren Meinungsbildnern. Das bedeutet langfristig gesehen weniger Zuspruch für Influencer-Marketing, sinkende Reichweiten für Influencer und die kooperierenden Unternehmen – und für Unternehmen auch die Gefahr, Produkte nicht mehr an die passenden Zielgruppen vermarkten zu können.

Ein enges Zusammenspiel und ein ständiger Austausch von Influencer und Unternehmen sind deshalb immens wichtig.

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Uneinheitliche Regelungen und unnötige Kennzeichnungen

Leider gibt es bisher noch keine einheitliche Regelung. Denn nicht nur bei einer bezahlten Partnerschaft mit einem Unternehmen muss der Post als Anzeige gekennzeichnet werden, sondern bei weitaus mehr. So muss die Verlinkung auch bei persönlichen Empfehlungen, selbstbezahlten Produkten und Verlinkungen von Freunden zu sehen sein.

Sobald eine Marke zu sehen ist, muss diese als Werbung gekennzeichnet werden – auch wenn der Influencer hierfür nicht bezahlt wurde. Bei Nichtbeachtung droht eine Abmahnung, meist vom Verband Sozialer Wettbewerb (VSW).

Werbeanzeigen richtig im Sichtfeld platzieren

Schleichwerbung ist nichts Neues; es gab sie schon vor dem Social-Media-Zeitalter. Ob im TV, Kino oder Radio: Kommerzielle Kommunikation muss gekennzeichnet werden – jetzt eben auch auf Instagram, Youtube und Co.

Influencer müssen mit Hashtags wie #werbung oder #anzeige auf Ihren Bildern oder Videos arbeiten. Wichtig ist auch hier die Verwendung der deutschen Sprache. Kennzeichnungen wie #ad sind für Influencer, deren Rezipienten größtenteils aus Deutschland sind, unzulässig.

Doch wie unterscheidet man in einer Instagram-Live-Story oder in einem Youtube-Video redaktionelle Inhalte und Inhalte gepaart mit Markennennung? Ist klar zu erkennen, dass der Werbecharakter im Vordergrund steht, muss der Influencer seine Videos als „Dauerwerbesendung“ kennzeichnen. Diese Einblendungen müssen für den Rezipienten gut sichtbar sein und nicht hinter Links oder dem Profilnamen versteckt werden.

Fazit: Influencer Marketing ist aus dem Marketing-Mix nicht mehr wegzudenken

Fakt ist: Für Unternehmen wird das Thema Influencer Marketing immer wichtiger, um neue Zielgruppen anzusprechen und neue Märkte zu erobern. Deshalb sollten sich Unternehmens- und Kommunikations-Verantwortliche mit den ständig wechselnden Gesetzesgrundlagen intensiv auseinandersetzen und detaillierte Influencer-Verträge für Kampagnen abschließen.

Das alles ohne Angst, denn: Influencer Marketing wird so schnell nicht aussterben. Im Gegenteil: Es wird für Unternehmen immer wertvoller und gehört deshalb in jeden künftigen Marketing-Mix.

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