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'War for Talents' auf Unternehmerseite: Trends im Azubi-Recruiting 2020

Anabell Käfer, 05.02.20 10:00

Schlagworte wie „War for Talents“, „Fachkräftemangel“ oder „Demographischer Wandel“ sind in aller Munde und lassen das bisherige Weltbild der Personalarbeit ins Wanken geraten. Das gilt auch für das Recruiting von Azubis und Dualen Studiengängen.

Die Zeit, in der Schulabgänger zittern und bangen mussten, dass sie nach ihrer Schulzeit einen „vernünftigen“ Ausbildungsplatz bekommen, den sie sich wünschen, ist schon lange vorbei. Man konnte sich glücklich schätzen, wenn man eine Einladung zum Vorstellungsgespräch ergatterte und sich dann gegen vielzählige Mitstreiter durchsetzen konnte. Heute sind die Ausbildungssuchenden in einer erheblich besseren Position.

Sie haben nach ihrem Schulabschluss viele verschiedene Möglichkeiten – ob Ausbildung, klassisches oder duales Studium, Auslandsaufenthalte oder Praktika. Viele möchten sich erst einmal ausprobieren und etwas von der Welt sehen, bevor sie sich im Arbeitsalltag verpflichten. Oftmals gehen auch mehrere Bewerbungen für unterschiedliche Optionen parallel raus. Das Angebot, welches am attraktivsten ist, siegt. In Bezug auf Ausbildungsstellen bekommen die Bewerber häufig mehrere Ausbildungsplätze angeboten und können sich entscheiden, wo sie ihre berufliche Laufbahn starten möchten.

Mit anderen Worten: Viele Unternehmen bewerben sich mittlerweile bei ihren potenziellen Azubis. Um im Wettbewerb mit den anderen Unternehmen als Gewinner rauszugehen, sollten Sie daher Ihren Auftritt, das Anforderungsprofil sowie die Benefits an die künftigen Arbeitnehmer entsprechend anpassen.

'War for Talents' auf Unternehmerseite: Trends im Azubi-Recruiting 2020

Foto: Unsplash / Brooke Cagle

Welchen Stellenwert hat Social Media im Bewerbungsprozess?

Auch wenn die Schulabgänger mit Social Media aufgewachsen und meistens ständig online sind, gehen sie ihre Stellensuche eher klassisch an. Facebook, Instagram & Co. dienen zur beruflichen Orientierung und wecken das Interesse für verschiedene Berufsgruppen und spannende berufliche Möglichkeiten. Die gezielte Suche läuft aber zunächst meist über Google. Bei der Sucheingabe liegt die Priorität hauptsächlich auf Ort und Ausbildungsberuf, während nur selten nach einer bestimmten Branche oder einem speziellem Unternehmen gegoogelt wird. [Quelle: Kathrin Hennings, Jobspreader by Wollmilchsau]

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Das bestätigt auch wieder, dass die Unternehmen stärker auf sich aufmerksam machen müssen und sich von den Wettbewerbern abheben sollten – mit eindeutigen, attraktiven Vorteilen, interessanten Weiterbildungsmöglichkeiten und gewissen Extras – um in die Köpfe der Suchenden zu gelangen und möglichst auch als deren absoluter Wunscharbeitgeber zu gelten.

Eine Bewerbung sollte so einfach wie möglich sein

Die Ausbildungssuchenden haben keine Lust, schon im ersten Step des Bewerbungsprozesses mehrere Texte zu schreiben und etliche Unterlagen einzureichen. Auf viele wirkt das abschreckend und ist auch kaum noch mit der heutigen Lebenswirklichkeit der meisten Jugendlichen vereinbar. Daher bietet sich die One-Klick-Bewerbung an. Hier können sich die Bewerber mit wenigen Daten wie Name, Wunschausbildungsplatz und E-Mail-Adresse bewerben.

Foto: Unsplash / Charles

Die beliebtesten Benefits der Bewerber

Hat man erst einmal die Aufmerksamkeit der Bewerber, werden im nächsten Schritt die Benefits des Unternehmens bzw. der Branche wichtig. Nur weil die künftigen Azubis oder auch Studierenden noch jung sind, heißt das nicht, dass ihnen Sicherheit und zukunftsorientiertes Denken nicht wichtig seien. Circa die Hälfte aller Bewerber haben schon bei ihrer Bewerbung den Wunsch, im Ausbildungsunternehmen nach ihrem Abschluss übernommen zu werden – sofern sie ihre Lebensplanung nicht ändern. [Quelle: Kathrin Hennings, Jobspreader by Wollmilchsau]

Hier spielt natürlich auch die finanzielle Unabhängigkeit eine Rolle, die den künftigen Mitarbeitern ermöglicht, schon früh auf eigenen Beinen stehen zu können. Daraus resultiert, dass die Übernahmegarantie von den Bewerbern*innen als wichtiges Benefit angesehen wird. Weitere Punkte, welche im Entscheidungsprozess der angehenden Arbeitnehmer von hoher Relevanz sind, sind die Fahrtkostenübernahme und die moderne Arbeitsplatzausstattung. Zudem ist für die Jugendlichen die individuelle Prüfungsvorbereitung und Unterstützung enorm wichtig. Wenn sie von Anfang an das Gefühl haben, nur zum Zweck einer günstigen Arbeitskraft eingestellt zu werden, entscheiden sie sich wahrscheinlich trotz Zusage für ein anderes Unternehmen.

Fazit:

Der Wandel vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt in der Zielgruppe der Azubis hat zur Folge, dass sich die Azubi-Bewerber längst ihren Ausbildungsbetrieb vielfach selbst aussuchen können. Mit anderen Worten: In der Ausbildung ist der „War for Talents“ bereits angekommen. Bei der Suche für gute Auszubildende sollten sich also alle Unternehmen bewusst darüber sein, welche Benefits bei den angehenden Azubis gut ankommen und diese auf der Kandidaten-Suche auch deutlich kommunizieren – mit klaren und eindeutigen Botschaften. Die Unternehmen haben keine andere Wahl, als sich an die Erwartungen und Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen.

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