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Trends und Tipps für Digitales Recruiting

Irena Marasek, 30.10.18 10:00

Viele Organisationen, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in ländlichen Regionen, bekommen den wachsenden Fachkräftemangel mit voller Härte zu spüren. Geschäftsführer und Personal-Verantwortliche stehen unter Druck, weil Sie nicht genug qualifiziertes Personal für die anfallende Arbeit finden können. Deshalb treibt Sie die Fragen um: Was kann man tun, um Talente anzuwerben und neue oder junge Leute für das Eigene Unternehmen zu begeistern?

Früher war die Suche nach Personal noch einfach: Anzeige in der Zeitung, parallel maximal eine Anzeige auf einer Karriereplattform, das war’s. Das war’s aber auch mit dem Erfolg, denn nicht nur der Mangel an geeigneten Bewerbern, sondern auch der digitale Wandel erübrigt diese Vorgehensweise. Und die wenigen passenden Kandidaten sind heute wählerischer denn je, sind auf digitalen Plattformen unterwegs und haben hohe Ansprüche.

Der entscheidende Punkt ist: Der Markt hat sich verändert, von einem Arbeitgebermarkt hin zu einem Arbeitnehmermarkt. Die Gründe dafür: der demografische Wandel und die Tatsache, dass viel weniger Leute Arbeit suchen als noch vor 15 oder 20 Jahren. Durch diese „Machtverschiebung“ sind Unternehmen im Zugzwang: Sie müssen sich selbst verändern, um für Bewerber attraktiv zu sein. Sie müssen heute aktiv herausarbeiten, was die Stärken des Unternehmens und der Region sind, wer ihre Zielgruppen sind – und mit welchen Stärken sie die anvisierten Zielgruppen am besten ansprechen.

Digital Recruiting
© rawpixel

Recruiter, Personal-Verantwortliche und Geschäftsführer sind maßgeblich verantwortlich für die positive „Candidate Experience“ – von der Unternehmensdarstellung über den Erstkontakt bis zur Mitarbeitervertrags-Unterzeichnung – während des gesamten Bewerbungsprozesses.

Folgende Trends und Maßnahmen können Ihnen beim Entwickeln Ihrer Recruiting-Strategie helfen:

Social Recruiting und Active Sourcing

Mitarbeiter, die auf digitalen Kanälen quasi zu Influencern werden und glaubwürdig über ihren Job und ihr Unternehmen berichten, werden immer wichtiger. Binden Sie deshalb Ihre Mitarbeiter in Ihre Kampagnen ein, arbeiten Sie mit Mitarbeiterempfehlungen und belohnen Sie diese auch.

Optimieren Sie zudem Ihre Ansprache auf den digitalen Kanälen und finden Sie die richtige Zielgruppe. Nutzen Sie „Google AdWord“-Kampagnen, indem Sie herausfinden, welche Keywords der Kandidat bei der Jobsuche nutzt. Ganz wichtig ist dabei, dass Sie eine „Candidate Persona“ definieren. Das heißt: Überlegen Sie sich, wie der Charakter des idealen Bewerbers aussieht und finden Sie heraus, wo der sich digital bewegt. Warum die Aktiv-Suche nach Kandidaten auf Plattformen wie Xing, Facebook und Co. so wichtig ist, erklärt eine Zahl: 59 Prozent aller potentiellen Bewerber wollen aktiv angesprochen werden. Das bedeutet: Sie müssen aktiv auf die Menschen zugehen.

Digitalisierung und Personalgewinnung

Laut einer aktuellen Studie nutzen erst knapp drei Prozent aller Unternehmen beim Recruiting digitale Karriereberater, sogenannte Chatbots. Das sind Programme, die automatisiert auf Fragen der Bewerber antworten können. Im Gegensatz dazu, so die Studie, wünschen sich mehr als 50 Prozent der Bewerber diesen digitalen Antwortkanal. Das zeigt: Kandidaten geht es heute um einfache Wege zur Bewerbung. Umfangreiche und aufwendige Online-Verfahren sind kaum noch zeitgemäß.

Die Lösung heißt hier: Machen Sie es dem Bewerber so einfach wie möglich! In vielen Fällen reicht eine schlichte Mail mit dem Link zum Facebook-, Xing- oder LinkedIn-Profil. Die besten Erfahrungen machen Experten derzeit mit sogenannten One-Click-Verfahren: Hier reicht Bewerbern sogar die Angabe der Kontaktdaten – und der Hinweis auf die anvisierte Stelle.

Employer Branding

Natürlich geht es immer noch ums Gehalt: Es bleibt ein Top-Faktor bei der Frage, wo Kandidaten letztlich anheuern. Aber Arbeitsbedingungen und die Unternehmenskultur haben enorm an Relevanz gewonnen. Generell beinhaltet Employer Branding die Entwicklung einer attraktiven Arbeitgebermarke, um sich im „War of Talents“ gegenüber den Konkurrenz-Unternehmen abzuheben und hervorzustechen. Es bezieht sich auf die richtige Positionierung auf dem Bewerbermarkt (externes Personalmarketing) und auf Maßnahmen zur nachhaltigen Bindung der bestehenden Mitarbeiter (internes Personalmarketing). Grundsätzlich gilt hier: Das was Sie versprechen, müssen Sie auch halten können. Nutzen Sie auch für das Employer Branding Mitarbeiter-Videos, in denen Ihre Mitarbeiter als Testimonials glaubwürdige Insights vermitteln. 

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Mobile Recruiting

87 Prozent der Einflüsse auf mögliche Bewerber entstehen laut einer aktuellen Recruiting-Studie durch Einflüsse und Informationen, die mobil per Smartphone und Co. verbreitet werden. Daraus entstehen drei wichtige Punkte:

  • Alle Inhalte der Recruiting-Plattform und der Homepage müssen mobil-fähig sein
  • Jeder einzelne Schritt muss für die Kandidaten einfach und leicht nachvollziehbar sein
  • Noch einmal: Setzen Sie beim Mobile-Recruiting auf One-Click-Bewerbungen

Eine Sache sollten Sie stets im Hinterkopf haben: Hinter jedem Bewerber steckt nicht nur ein Lebenslauf, sondern ein Mensch mit Hoffnungen, Erwartungen und einer persönlichen Geschichte. Dies gilt es immer zu würdigen.

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