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Stirbt das iPhone?

Michael Merx, 24.09.19 10:00

War es nicht erst gestern, als uns Apple-Chef Steve Jobs das erste iPhone präsentiert hat? Ist das nicht gerade erst passiert, dass wir kurz später selbst staunend und ungläubig das eigene Smartphone in den Händen hielten und uns immer wieder auf die nächsten technischen Errungenschaften freuten wie kleine Kinder?

Immer bessere Kameras, Gesichtserkennung, immer schnellere Prozessoren. Doch die Geschichte des iPhones könnte schon bald zu Ende geschrieben sein. Ihm droht das Schicksal eines Technik-Dinosauriers, ähnlich dem des Verbrennungsmotors. Denn beide sind technisch weitgehend ausgereizt. Neben kleinen Feinheiten wird es keine Revolution dieser Technik mehr geben. Das zeigte jüngst die Apple-Präsentation des neuen iPhone 11. Die spektakulärste Neuerung ist eine Kamera, die bei schlechten Lichtverhältnissen scharfe Bilder machen kann.

Stirbt das iPhone?© Photo by Neil Soni on Unsplash

Natürlich wird auch für diese Version viele Bestellungen geben. Aber erstmals liegt der Anteil am Gesamtumsatz durch iPhones bei Apple unter 50 Prozent. Denn das Business verändert sich dramatisch. Schon jetzt ist klar, dass es durch die vielen neuen Möglichkeiten der Sprachbefehle in Autos, bei Smart Speakern oder intelligenten Uhren künftig immer weniger Displays geben wird. Für Apple bedeutet dies eine Bewegung weg von Hardware, hin zu virtuellen Assistenten. Das Internet der Dinge beispielsweise soll uns durch „Smart Home“ das Haushaltsleben so angenehm wie möglich machen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, welche Probleme es geben wird, wenn wir von Google Home zu Alexa umziehen wollen. Denn schon heute ist ein Wechsel vom iPhone auf Android-Handys schier unmöglich.

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Doch bleiben wir im Hier und Jetzt, wo neue Zahlen über das Online-Audio-Verhalten der Nutzer im Online-Audio-Monitor 2019 präsentiert wurden. Denn Audio-Inhalte profitieren aktuell schon jetzt stark vom Boom der virtuellen Assistenten. So nutzen inzwischen fast 44 Millionen Deutsche Online-Audio-Inhalte. Und das immer öfter per Sprachbefehl:

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7,2 Millionen Deutsche nutzen inzwischen Smart Speaker, sprich mit dem Internet verbundene Lautsprecher. Fast 17 Prozent aller Deutschen hören Podcasts. Hier steigt die monatliche Nutzung deutlich um 42 Prozent an, immer stärker auch getrieben durch die Autoradio-Vernetzung, die um 31 Prozent innerhalb eines Jahres gestiegen ist. Das Wachstum bei der Nutzung von Online-Audio-Inhalten via Smart Speaker ist aber nach wie vor am größten. Es lag im Zeitraum des vergangenen Jahres bei satten 135 Prozent. Nicht verändert hat sich die Präferenz bei den Inhalten, hier bleibt alles so, wie man es vom guten alten Radio her kennt:

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Aber wie kann ich das alles für mein Marketing und für meine Werbung nutzen? Es gibt vielfältige Möglichkeiten, hier einige Beispiele:

  • Prestream- und Instream-Spots bei Podcasts: Hier sind auch Werbebotschaften direkt durch den Produzenten im Intro möglich. Die Akzeptanz von Werbung ist bei Podcast-Nutzern besonders hoch.
  • Cookie-basierte Nutzerdaten waren bisher auf Smart Speakern nicht möglich. Das Problem ist nun per Listener ID umgangen, wodurch inzwischen auch auf diesem Gerät deutlich mehr Nutzer erreicht werden können.
  • Audio-Ads bei Musikstreams (Radiostreams): Diese steigern ihre Reichweite immer mehr, sodass es ein großes Portfolio an Möglichkeiten gibt. Prestream- und Instream-Ads haben beispielsweise den Vorteil, dass die Reichweite genau messbar ist.
  • Audio-Sync-Display: Damit können Sie Ihre Audio-Werbung beispielsweise mit Videoinhalten kombinieren und so die Wirkung erhöhen.
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Alles in allem bleibt das Fazit, dass das Sprechen und das Hören, also das Auditive unsere Zukunft bestimmen wird. Sowohl im realen Leben als auch in der Welt der Werbung. Sprechen ist nun mal einfacher, als mit den Fingern zu tippen.

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