Blog_Vero_EB2

Vadira Blog

Standortcheck: Wie Unternehmen ihre Monopolstellung und Konkurrenzgebiete ermitteln können

Lasse Wittke, 23.05.19 10:00

In der Tierwelt gilt der Löwe als König der Tiere. Seine Reviergröße richtet sich nach der Größe des Jagdpotenzials. Um Rivalen von seinem Gebiet fernzuhalten, markiert er dieses, macht mit Gebrüll auf sich aufmerksam und fährt auch mal die Krallen aus.

Dieses Verhalten lässt sich auf wirtschaftliche Unternehmensaktivitäten übertragen – natürlich überspitzt metaphorisch. Denn schließlich möchte jeder gerne den Platz an der Sonne genießen, der König aller Unternehmen sein. Doch dazu braucht es weniger Krallen und Markierung als Ideen und klare Strategien.

Wie kann man als Unternehmer herausfinden, wie groß das persönliche Revier ist, wie viel Potenzial in ihm steckt – und wann ein anderes Unternehmen in seinen Markt eindringt?

Ein Standortcheck kann diese Fragen beantworten.

Der Standortcheck beinhaltet:

  • die Ermittlung des eigene Einzugsgebietes
  • die Gegenüberstellung von Einzugsgebieten der Wettbewerber
  • die Filterung der eigenen räumlichen Monopolstellung
  • die Filterung der räumlichen Konkurrenzgebiete
  • die Potenzialanalyse innerhalb der Monopol- und Konkurrenzgebiete

 1. Ermittlung des eigenen Einzugsgebietes

Im ersten Schritt wird eine Übersicht über das eigene Einzugsgebiet erstellt. Dazu wird um den Unternehmensstandort ein Radius gezogen. Wie weit sind die eigenen Kunden bereit, zum Unternehmen zu fahren? Erfahrungswerte, Marktdaten und Unternehmenszahlen helfen bei der Ermittlung des Toleranzbereiches. Auf Basis des Radius lässt sich das Einzugsgebiet inklusive aller Gemeinden und Postleitzahlen ermitteln.

StandortcheckAbbildung 1: Einzugsgebiet mit inkludierten Gemeinden mit einer 30-minütigen Fahrzeit um den Unternehmensstandort auf Basis von OpenStreetMap und QGIS

2. Gegenüberstellung von Einzugsgebieten der Wettbewerber

In einem zweiten Schritt werden alle Wettbewerber-Standorte verortet. Analog zum ersten Schritt wird der Radius um die Standorte ermittelt und das Einzugsgebiet berechnet. Das Ergebnis beinhaltet eine visuelle Gegenüberstellung des eigenen Einzugsgebietes (blau eingefärbt) und der Wettbewerber (rot eingefärbt). Überlagerungen beider Einzugsgebiete werden violette dargestellt. Die visuelle Gegenüberstellung führt zu den Schritten 3 und 4, der Filterung von Monopol- und Konkurrenzgebieten.

Standortcheck

Abbildung 2: Gegenüberstellung des eigenen Einzugsgebietes mit dem Wettbewerbergebiet auf Basis von OpenStreetMap und QGIS

 

3. Filterung der eigenen räumlichen Monopolstellung

Basierend auf der zweiten Abbildung lassen sich sowohl Überschneidungen als auch Regionen, in denen eine räumliche Monopolstellung vorhanden ist, übersichtlich darstellen. Eine Ableitung von Marketing- und Vertriebsstrategien erfolgt im Zusammenspiel zwischen Visualisierung und der detaillierten Liste inkludierter Gemeinden, samt Postleitzahl.

Tabelle 1: Detaillierte Liste aller Gebiete ohne räumliche Konkurrenz

4. Filterung der räumlichen Konkurrenzgebiete

Analog zum 3. Schritt lassen sich die Konkurrenzgebiete in einer Liste ausgeben. Basierend auf den Erkenntnissen von Monopol- und Konkurrenzgebieten können Strategien entwickelt werden, die zu Absatzsteigerung und Kundenbindung führen.

Tabelle 2: Detaillierte Liste aller Gebiete mit räumlicher Konkurrenz

 

 

5. Potenzialanalyse innerhalb der Monopol- und Konkurrenzgebiete

Der fünfte und letzte Schritt analysiert das Zielgruppenpotenzial innerhalb des eigenen Einzugsgebiets. In welchen Regionen ist die Affinität zum Unternehmen höher, in welchen fällt das Zielgruppenpotenzial geringer aus? Unternehmens-, Markt- und Marktforschungsdaten geben Auskünfte über die eigene Zielgruppe und ihre räumliche Verteilung.

Standortcheck

Abbildung 3: Potenzialanalyse innerhalb des Einzugsgebietes anhand Einkommensdaten auf Basis von OpenStreetMap und QGIS

Resultierend aus der Potenzialanalyse können Zielgruppen gezielt angesteuert und damit Werbemittel effektiv und nachhaltig eingesetzt werden.

Fazit

Um sein Revier zu kennen, die Oberhand innerhalb des Gebietes zu behalten und um Potenzialgebiete zu erweitern, brauchen Unternehmen – anders als in der Tierwelt – Markierungen, Gebrüll oder Krallen nur im übertragenen Sinn. Mit gezielten Informationen über die Wettbewerber und das Potenzial innerhalb des eigenen Einzugsgebiets, können durch gezielte Marketingaktivitäten an den richtigen Orten, die richtigen Menschen zur richtigen Zeit beworben werden. Der Standortcheck bietet Unternehmen eine Möglichkeit, Strategien aus den Analysen abzuleiten und Stück für Stück dem Platz an der Sonne näher zu kommen.

Weitere Blogbeiträge zum Thema "Geo-Marketing" finden Sie hier:
Wie Sie mit Open Source Daten Ihre ZG eingrenzen - Die Isochronenkarte
Wie Sie mit Regionaldaten Fachkräfte finden und Recruiting-Potenziale aufdecken

Vadira Newsletter

:MarketingWeb Analytics
Diesen Artikel weiterempfehlen