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Richtige Ansprache der Zielgruppe Gen Y und Gen Z

Hanna Büßecker, 21.02.19 10:00

Während früher beim Sonntagsfrühstück die Zeitung nach neuen Stellen durchstöbert wurde, ist es heute das Smartphone, mit dem an der Haltestelle kurz mal neue Vakanzen auf Stepstone oder Monster gesucht werden.Die Digitalisierung schreitet in allen Lebensbereichen voran und verändert auch die Strategien, neue Bewerber zu finden. Angehörige verschiedener Generationen unterscheiden sich stark darin, wie sie auf eine offene Stelle aufmerksam gemacht werden möchten. Viele Recruiter und Personaler fragen sich deshalb: Wie behalte ich den Überblick – bei divergierenden Wünschen und Werten von Generationen wie Babyboomer, Millennials, Generation Z oder Generation Alpha? Und auf was muss ich bei deren Ansprache in Jobangeboten achten?

Richtige Ansprache Zielgruppe Gen Y und Gen Z© ESB Professional / shutterstock.com

Wünsche und Bedürfnisse der Gen Y

Die Gen Y, deren Angehörige auch „Millennials“ genannt werden, umfasst alle zwischen 1980 und 2000 Geborenen, die mit dem Internetboom und der Globalisierung aufgewachsen sind. Da sie von Kindheit an mit dem Internet und sozialen Medien sozialisiert wurde, sind Millennials gleichzeitig sogenannte Digital Natives. Das heißt: Das Internet gehört zu ihrem Alltag wie das sprichwörtliche täglich Brot. Im Vergleich zu Vorgängergenerationen betreten Millennials den Arbeitsmarkt aufgrund ihres hohen Bildungsniveaus mit hohen Ansprüchen und Wünschen, Stichworte sind etwa:
  • Arbeit muss Sinn machen und erfüllen
  • Selbstverwirklichung
  • Flexibel, anpassungsbereit, hohe Mobilität (Arbeitszeiten, Home-Office, Kinderbetreuung)
  • Flexible Arbeitsorte (Coworking-Spaces)
  • Unabhängigkeit und Selbstständigkeit
  • Work-Life-Balance und Work-Life-Blending (Verschmelzung von Arbeits- und Privatleben)
  • Teamarbeit
  • Wenig Wert auf Hierarchie und strenge Regeln
  • Einnahme von Führungspositionen tritt in den Hintergrund

Wünsche und Bedürfnisse der Gen Z

Die Generation Z umfasst alle Personen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden und in den kommenden Jahren auf den Arbeitsmarkt drängen werden. Ein Leben ohne Smartphone kennen nicht; die digitale Informationsflut ist für sie selbstverständlich. 24 Stunden Verfügbarkeit sehen sie als Erweiterung ihrer Möglichkeiten. Für sie verschmelzen reale und virtuelle Welten. Erstaunlicherweise unterscheiden sie sich in ihren arbeitsplatzbezogenen Bedürfnissen stark von den Millennials:
  • Spaß an der Arbeit ist wichtig
  • Selbstbewusstsein und Bewusstsein über die Möglichkeiten, die sie einfordern
  • Wunsch nach freier Entfaltung und Wechselhaftigkeit
  • Selbstverwirklichung bei der Arbeit und in privaten Interessen
  • Work-Life-Balance
  • Entgrenzung von Arbeit und Privatleben (nach Feierabend wird der Laptop nicht mit nach Hause genommen oder E-Mails gecheckt)
  • Klare Regeln und Strukturen (feste Arbeitszeiten)
  • Karriere und Verantwortungsübernahme geraten wieder in den Vordergrund

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Dieser erneute Wertewandel innerhalb der Generationen stellt Unternehmen, insbesondere Recruiter und Personaler, vor neue Herausforderungen. Nicht zu Unrecht: Gerade wurden alle Personalstrategien an die Gen Y angepasst, Arbeitsformen wie Home-Office, flexible Arbeitszeiten oder Sabbatical eingeführt, da klopfen schon die neuen Generationen Z oder Alpha an die Tür und fordern wieder festere Arbeitsstrukturen.

Richtige Ansprache Zielgruppe Gen Y und Gen Z

© Fox / pexels.com

Welche Schlüsselfaktoren sind für beide Generationen essenziell?

Beide Generationen sind mit digitalen Technologien aufgewachsen und kennen die Welt nicht ohne Google: Informationen sind zu jeder Zeit und in jeder Form verfügbar. Die eigene mobile Kommunikation wird dementsprechend auch auf Unternehmen und potenzielle Arbeitgeber übertragen.

  • Gefordert wird eine rasche Kommunikation. Bewerber erwarten schnelles Feedback. Personaler sollten bei ihrer Ansprache auf zeitnahes Feedback achten
  • Die Ansprache und der Austausch sollten auf Augenhöhe erfolgen: Der Controller informiert den potenziellen Kandidaten bei der Stellenbesetzung im Controlling über die konkreten Anforderungen und Aufgaben.                                                                                                    Kommunikation auf Augenhöhe, kein Machtgefälle!
  • Gen Y und Gen Z wollen direkt, transparent und authentisch angesprochen werden. Die präsentierte Arbeitgebermarke sollte auch in der Realität so gelebt werden. Internes und externes Employer Branding sollten aufeinander abgestimmt sein, um keine falschen Hoffnungen zu generieren.                                                                                                         Falsche Versprechungen führen zu schlechten Bewertungen auf Arbeitgeberplattformen –  und diese verbreiten sich schnell im Netz!
  • Die Nutzung von digitalen Kanälen wird unausweichlich. Die mobile Optimierung der Unternehmenswebsite sollte bei allen Unternehmen Standard sein. Vor allem die Generation Z steht unter dem Stern ganz neuer Kanäle, die Unternehmen zu ihrem Vorteil nutzen sollten.
    ⇒  Snapchat wird als besonders erfolgsversprechend für die Zukunft erachtet. Unternehmen können diese Generationen mit Ausschnitten des Unternehmensalltags oder einem virtuellen Rundgang durch das Unternehmen in den Snapchat-Storys für sich gewinnen. 
Richtige Ansprache Zielgruppe Gen Y und Gen Z

 © TeroVesalainen / pixabay.com

Die Gen Y und Gen Z nutzen beide verstärkt soziale Medien, um sich über Unternehmen und potenzielle Arbeitgeber zu informieren. Sie suchen sich das Unternehmen aus. Stellenbeschreibungen sollten daher auf die Unterschiede der beiden Generationen eingehen. Während Millennials auf Keywords wie fairer Arbeitgeber, flache Hierarchien oder Home-Office anspringen, sind für die Gen Z klare Stellenbeschreibungen oder unbefristete Verträge viel wichtiger.

Unternehmen sollten das bei ihrer Ansprache und Kommunikation berücksichtigen. Da sich die Wünsche stetig ändern und sich die Generation Alpha bereits in den Startlöchern befindet, sollten Unternehmen in ihrem Personalmarketing vor allem zwei Eigenschaften mitbringen: Flexibilität und hohe Anpassungsbereitschaft, um auch künftig im Wettbewerb um geeignete Nachwuchskräfte ganz vorne mit dabei zu sein!

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