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Recruiting Trends 2019 - So werden Sie zum Experten

Hanna Büßecker, 09.01.19 10:00

Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Die Machtverhältnisse zwischen Unternehmen und Bewerbern haben sich verschoben. Das Unternehmen muss sich beim potenziellen Kandidaten bewerben – und nicht mehr umgekehrt.

Diese Positionsverschiebung wird auch als Reverse Recruiting bezeichnet. Die jüngeren Generationen legen weniger Wert auf einen sicheren Arbeitsplatz, sondern möchten eine erfüllende Tätigkeit. Wie schaffen es Unternehmen, im „war of talents“, im Kampf um die besten Talente, diese als Arbeitnehmer zu gewinnen? Folgende 5 Trends sollten Recruiter 2019 auf dem Schirm haben.

Recruiting Trends© Sudtawee Thepsuponkul / Shutterstock.com

  1. Mobile Recruiting
  2. Chatbots
  3. Candidate Experience
  4. Active Sourcing
  5. Talent Pools

Mobile Recruiting

Die voranschreitende Digitalisierung führt ebenfalls dazu, dass sich die Sammlung von Informationen über offene Stellen und auch das Image von Unternehmen vorwiegend über mobile Endgeräte vollzieht. Bewerber nutzen dafür ihre Handys oder auch Tablets.

Social Media wird innerhalb der Generationen Y und Z immer stärker eingesetzt. Kandidaten informieren sich über den potenziellen Arbeitgeber bei Instagram oder Facebook, um einen ersten Eindruck vom Unternehmen erhalten und Antworten zu suchen: Wie ist die Arbeit dort, wie ist die Atmosphäre? Wie sind die Kollegen und gibt es Sozialleistungen?

Lesen Sie mehr in unserem Whitepaper "Social Media Recruiting – Ihre Mitarbeiter von Morgen"

Es gibt mehrere Wege, wie Sie im Internet den Kontakt zum potenziellen Kandidaten aufnehmen und eine erste Beziehung herstellen können:

  • Bereitstellung von Informationen über das Unternehmen
  • Veröffentlichung von Stellenanzeigen
  • Stellenmarketing per Push-Nachricht (ausgeschriebene Stellen werden mithilfe von Push-Nachrichten beworben, um mehr Bewerbungen generieren zu können)
  • Ermöglichung der Bewerbung über mobile Endgeräte (→ One-Click-Bewerbung)
  • Eigener Bewerbungsstatus kann von den Kandidaten überprüft werden

Unternehmen müssen dementsprechend ihre Website kompatibel für die Nutzung auf mobilen Endgeräten machen. Insbesondere Apps von Stellenbörsen wie Stepstone oder monster werden von Kandidaten häufig genutzt und als sehr attraktiv eingestuft. Unternehmen sollten Ihre offenen Vakanzen daher auch auf diesen Plattformen ausschreiben.

Chatbots

Ein weiterer Recruiting-Trend sind sogenannte Chatbots, auch digitale Berater genannt. Dabei handelt es sich um Roboter, die den Kandidaten ihre Fragen bezüglich der Karriere, offenen Stellen oder Arbeitgeberleistungen auf der Karriere-Homepage des Unternehmens beantworten. Eine Studie des Centre of Human Resources Information Systems, eines Forschungsprojekts der Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg, hat ebenfalls Recruiting-Trends untersucht. Ein Ergebnis der Studie: Viele Bewerber wünschen sich die Chatbot-Dienstleistung und würden sie gerne nutzen, um erste Informationen über einen potenziellen Arbeitgeber zu erhalten.

Allerdings setzen bisher nur wenige Unternehmen auf Chatbots. Lediglich 2,8 Prozent der im Zuge der Studie befragten Arbeitgeber nutzen Chatbots, um Standardfragen schnell und unkompliziert zu beantworten. Beispiele für digitale Programme, die eine Beratungsfunktion übernehmen können, sind Siri, OK Google oder Cortona.

Recruiting Trends©  Song_about_summer / shutterstock.com

Candidate Experience

Unternehmen sollten sich 2019 nicht nur mit dem Einsatz neuer Recruiting-Tools auseinandersetzen, sondern auch mit der Gestaltung ihres gesamten Bewerbungsverfahrens. Ziel sollte eine möglichst hohe Candidate Experience sein. Das Konzept der Candidate Experience beschreibt die Wahrnehmung des gesamten Bewerbungsprozesses aus Sicht der Kandidaten. Die Wahrnehmung beinhaltet Gefühle, Verhalten und Einstellungen während des gesamten Auswahlprozesses. Angefangen bei der Bewerbung über die Einstellung bis hin zum Onboarding (Einführung des neuen Arbeitnehmers in sein neues Arbeitsumfeld).

Wenn ein Unternehmen es schafft, eine positive Candidate Experience beim Kandidaten zu erzeugen, bringt ihm das mehrere Vorteile gleichzeitig. Zunächst führt eine positive Candidate Experience zu einer höheren Akzeptanz von Jobangeboten. Das heißt: Kandidaten werden sich künftig mit höherer Wahrscheinlichkeit bewerben und Freunden oder Bekannten das Unternehmen empfehlen. Das Ergebnis ist eine Art kostenlose und positive Werbung für das Unternehmen als Arbeitgeber innerhalb der sozialen Medien.

Active Sourcing

Im Zuge des veränderten Machtverhältnisses hat sich die Situation für Arbeitgeber deutlich verändert. Nach der Ausschreibung einer offenen Stelle erhalten Unternehmen häufig nur sehr wenige qualifizierte Bewerbungen. Es ist also nicht mehr möglich, auf dem Bürostuhl zu sitzen und aus einer Masse von geeigneten Bewerbungen den besten Kandidaten herauszupicken. Recruiter müssen selbst aktiv werden: indem sie aktiv in Lebenslauf-Datenbanken oder Karriere-Netzwerken nach geeigneten Kandidaten suchen, um diese direkt anzusprechen. Besonders häufig werden dabei Geschäftsnetzwerke genutzt, etwa XING im deutschsprachigen Raum oder LinkedIn für den internationalen Austausch.

Plattformen wie XING und LinkedIn ermöglichen es, interessante Kandidaten direkt anzusprechen und Ihnen Angebote zukommen zu lassen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Mehrheit der Kandidaten bereits einen festen Arbeitsplatz hat und nicht auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber ist. Sie sind passive Bewerber, da sie nicht aktiv einen neuen Job suchen. Hier brauchen Personaler das nötige Wissen und Feingefühl, um mit einem möglichst attraktiven Angebot den Bewerber zu einem Wechsel anzutreiben.

Gelingt das, können hoch qualifizierte Bewerber für das Unternehmen gewonnen werden. Ohne einen langen und kostenintensiven Suchprozess.

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Talent Pools

Insbesondere selbstständig aufgebaute Talent Pools sind der am häufigsten eingesetzte Aktive-Sourcing-Kanal. Es kommt oft vor, dass mehrere Kandidaten gleichzeitig einen Online-Test oder ein Telefoninterview absolviert haben und überzeugen konnten. Ein anderer Kandidat war jedoch schneller und hat sich früher beworben. Er war bereits zu einem ersten Probearbeitstag im Unternehmen und wird eingestellt. Da andere Bewerbungen dennoch interessant und gut waren, wird die Bewerbung mit deren Einverständnis gespeichert – und bei späteren Vakanzen kann der Recruiter die Kandidaten aus diesem Pool reaktivieren.

Für Unternehmen ist dieser Recruiting-Trend vor allem auf lange Sicht essenziell. Schließlich ist der Talent Pool eine Datenbank mit allen geeigneten Bewerbungen: passive Bewerber genauso wie jene, die sich direkt für die Stelle beworben haben. Der Recruiter erweitert seinen Pool kontinuierlich und baut diesen langfristig auf, wenn er interessante Bewerber bei XING kontaktiert deren Einverständnis einholt, die Bewerbungsdokumente zu speichern. Sobald sich im Unternehmen neue Vakanzen ergeben, kann der Personaler auf diese Datenbank zurückgreifen und den besten Kandidaten für die zu besetzende Stelle aussuchen. So hat er eine größere und bessere Auswahl an potenziellen Arbeitnehmern und die Möglichkeit, die Stelle schneller zu besetzen.

Unternehmen als moderne und fortschrittliche Arbeitgeber sollten diese Recruiting-Trends für 2019 unbedingt berücksichtigen. Nur so können sie im Wettkampf mit anderen Unternehmen bestehen – und ihre Chance erhöhen, den bestgeeigneten Kandidaten für ihren Arbeitsplatz zu gewinnen.

Recruiting Trends© rawpixel on unsplash

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