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Podcast wird Mainstream

Michael Merx, 21.10.19, 10:00

Nein, dieses Mal ist es kein Boom mehr. Schon mehrfach in der schon recht langen Podcast-Geschichte wurde dieses Wort (über)strapaziert. Jetzt können wir es final streichen. Der Podcast erlebt keinen Boom. Podcasts haben sich durchgesetzt, Podcast ist gekommen, um zu bleiben, Podcast ist ein Massenmedium. Egal wie Sie es umschreiben. Podcast wird Mainstream. Das belegen eindrucksvoll neue Zahlen aus den USA. Gut, die sind bei dem Thema Good Old Germany um einige Jahre voraus, aber das ändert nichts an der Dynamik, die jetzt schon in dem Markt steckt.

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Bildquelle: Unsplash/Jaz King

Die Macher der US Studie von Infinite Dial sprechen von einem Wendepunkt. 51 Prozent der über 12-jährigen haben schon einen Podcast genutzt. 90 Millionen US-Bürger hören monatlich, das ist ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

Damit hat sich Podcasting einen guten Batzen am Zeitbudget der Nutzer geschnappt. Und das geht ganz offenbar zulasten der Nutzung von Social-Media-Seiten. Facebook hat demnach seit 2015 15 Millionen Nutzer in den USA verloren. Online-Audio hingegen hat sich in den Nutzerzahlen seit 2012 verdoppelt. Podcast wird Mainstream. Diese These gilt auch, weil Podcast in allen Zielgruppen wächst. Am stärksten (+10 Prozent) aktuell bei den 12-24-jährigen. Gleichzeitig bildet sich eine gewisse Treue zu Podcast-Produkten heraus. Es gibt zwar immer mehr wöchentliche Nutzer, diese nutzen deshalb aber nicht mehr verschiedene Podcasts. Es bleibt bei den wöchentlichen Nutzern bei im Schnitt sieben verschiedenen Podcast-Sendungen. die konsumiert werden.

In Deutschland hinkt die Entwicklung - wie gesagt - noch etwas hinterher. Laut einer BITKOM-Umfrage hat die Nutzung im vergangenen Jahr um vier auf jetzt 26 Prozent in der Bevölkerung zugelegt. Für den Podcast-Experten Martin Liss geht es beim Podcasting aber ohnehin nicht mehr um die maximale Reichweitensteigerung, also nicht mehr um die schiere Masse. Es geht um spezialisierte Angebote für kleine Lifestyle-Zielgruppen, die ohne Streuverluste angesprochen werden können. Und das Portfolio für Werbe- und Marketingmaßnahmen ist groß.

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Hier die neun wichtigsten Ansätze für Marketer:

  • Der Einsatz klassischer Spots, wie sie auch aus dem Radio bekannt sind, als Pre- oder Instreamspots
  • Programmatic: Hier werden Spots nur an bestimmte Nutzer ausgespielt. Die Ansprache des Spots kann beispielsweise, je nach Aufenthaltsort oder Alter des jeweiligen Nutzers, inhaltlich angepasst werden.
  • Da Podcast-Nutzer eine hohe Akzeptanz für Werbebotschaften haben, kann auch der Sprecher selbst Werbung platzieren. Das ist durchaus üblich und bei vielen Podcastern gängige Praxis.
  • Klassisches Sponsoring ist ebenfalls möglich. Entweder als „…präsentiert von…“ oder Sie treten beispielsweise als Finanzier eines Podcasts auf.
  • Product Placement funktioniert auch, sollte aber immer gekennzeichnet sein.
  • Immer wertvoller werden die Nutzerdaten. Durch die immer stärker werdende Vernetzung verschiedener Datenpools können Nutzergruppen immer gezielter angesprochen werden.
  • Sie können mit Ihrem Unternehmen auch eigene Podcasts produzieren. Dabei werden Botschaftennachhaltig transportiert - vorausgesetzt sie sind nicht komplett werblich,
  • Immer öfter kommen im Umfeld von Podcasts auch Gewinnspiele zum Einsatz.
  • Relativ neu aber umso spannender ist die Vernetzung mit diversen Schnittstellen. Es gibt bereits erste Podcast-Apps, die Informationen zu Orten liefern, über die gerade gesprochen wird. Das können beispielsweise Links zu Online-Händlern sein.

„Audio wird Video den Rang ablaufen“. Das sagen nicht wir hier bei Vadira, das sagt die renommierte Wirtschaftswoche. Die Gründe dafür sind denkbar schlicht und liegen in der einfachen Nutzung von Audio. Überall wo ein Mikrofon verbaut ist, kann Audio genutzt werden und die Durchdringung mit Audio funktioniert auch deshalb so gut, weil die Nutzung parallel zu anderen Tätigkeiten, wie beispielsweise Autofahren oder Hausarbeiten, möglich ist. Ein wichtiger Teil von Audio ist Podcast. Und diese Gattung wird noch erfolgreicher, wenn die Branche eine einheitliche Messung der Reichweiten hinbekommt. Unabhängige Zahlen darüber, wer wann, wo und wie erfolgreich mit seinem Podcast-Produkt ist, gibt es nämlich (noch) nicht. Noch müssen wir mit den Zahlen leben, die uns die Produzenten der Podcasts oder die Hosting-Plattformen liefern. Das ist problematisch, aber nicht unlösbar. Die ersten Ansätze gibt es. Spätestens wenn das gelingt, wird es heißen: Audio (Podcast) killed the Video Star.

(Quelle: https://www.podcast.de/presse)

 

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