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Megatrend 'New Work' und 'Modern Workplace'

Fabienne Lösch, 12.02.20 10:00

Fangen wir mal an mit einer Begriffsdefinition: ‚New Work’ steht allgemein für flexible und innovative Arbeitskonzepte, die mit einem Paradigmenwechsel und Kulturwandel in der Arbeitswelt einher gehen. Diesen Begriff prägte der Sozialphilosoph Frithjof Bergmann, in den 1970er Jahren.

Er erkannte und definierte bereits damals die wachsende Bedeutung neuer Arbeitsmodelle, die den Wünschen der Arbeitnehmer besser entsprechen und Gerecht werden sollten. Der Mensch als Individuum und die Vereinbarkeit seiner persönlichen mit karrierebezogenen Interessen stehen hierbei im Mittelpunkt. Der einzelne Arbeitnehmer möchte möglichst in Einklang mit den Werten des Unternehmens und den eigenen stehen. Dies bedeutet für beide Seiten großes Vertrauen, Freiheiten und Kommunikation als zentrale Erfolgsfaktoren. Weitere Infos hierzu finden Sie auf der 'New Work'-Themenseite der Haufe-Lexware GmbH & Co.KG.

Die eigenständige Gestaltung der Arbeitszeiten, auch Vertrauensarbeitszeit genannt, Homeoffice und Selbstverwirklichung – all diese Ansprüche stellen Berufstätige immer häufiger an ihren Arbeitgeber. Nach einer Befragung des IT-Spitzenverbandes Bitkom zum Thema „Arbeit 4.0“ im Jahr 2019 spielen für Arbeitnehmer eine gesunde Work-Life-Balance, abwechslungsreiche Arbeitsfelder und flache Hierarchien eine zunehmend bedeutendere Rolle. 

Quelle: pixabay

Um valide und repräsentative Befragungsergebnisse zu erhalten, wurden für die Erhebung nach Bitkom-Angaben circa 1.000 Arbeitnehmer befragt,

Die Transformation vom klassischen Arbeitsplatz mit einem „9 to 5 job“ am Schreibtisch hin zum flexiblen Arbeiten von zuhause aus wird immer mehr gewünscht und auch akzeptiert. Gründe hierfür liegen in der Digitalisierung und in der Werteveränderung der Gesellschaft. So sieht die Mehrheit regelrecht Chancen in neuen Technologien, die weniger die Menschen am Arbeitsplatz ersetzen, sondern das Arbeiten erleichtern und vielfach auch flexibler machen.

Ebenfalls wichtig für die Berufstätigen ist das soziale Engagement des Arbeitgebers (CSR) und die Frage danach, ob die Unternehmen die Werte einhalten, die sie auch versprechen. Hierbei wird erkenntlich, dass sowohl die Arbeitsbedingungen an sich (Ort, Zeiten und Themenfelder), sondern auch die Attraktivität und die Verantwortung des Arbeitgebers entscheidend sind.

Verzweifelt, Kaufmann, Geschäft, Verzweiflung

Quelle: pixabay

Doch was ist das Reizvolle an diesem verbreiteten, neuen Arbeiten?

Selbstbestimmende Organisation und das Abarbeiten der täglichen To-Do’s aus dem Café, aus London oder selbst aus Amerika um 21:30 Uhr sind Beispiele für die Freiheiten und Flexibilität, die die Arbeitnehmer genießen könn(t)en. Wieso auch nicht Karriere und Privat miteinander in Einklang bringen? Angefangen beim Laptop, der ortsungebunden rund um die Uhr bedient werden kann, ist der Grundstein der Digitalisierung gelegt. Aus der Studie wird ebenso erkenntlich, dass die Arbeitsunzufriedenheit und damit auch die Produktivität zunimmt wenn persönliche Wünsche (wie die freie Einteilung der Arbeitszeiten, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und wechselnde Arbeitsaufgaben) stärker berücksichtigt werden. Dies ist auch bei Führungskräften nicht ausgeschlossen.

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Viele Menschen brauchen nach wie vor Strukturen im Arbeitsfeld und identifizieren sich nicht mit dem ‚New-Work’-Konzept. Auch hier vor Ort am Arbeitsplatz bei Vadira lassen sich Umgestaltungen feststellen. Neben zentralen Räumen wie Küche bzw. Kantine finden sich mittlerweile renovierte Ruheräume, Grünparks oder auch Großraumbüros, die sowohl das stille Arbeiten als auch kreative Prozesse durch Gemeinschaftsdenken fördern sollen. Fast 40 Prozent der Befragten haben mindestens einen weiteren Kollegen in seinem Büro, sodass Einzelarbeitsplätze fast zur Seltenheit werden.

Da wir bereits auf die klassischen Arbeitszeiten eingegangen sind, stellt sich noch die Frage, wie die Befragten zu Beschlüssen wie der Arbeitszeiterfassung stehen. Auch hier zeichnen sich wieder Spuren des freiheitlichen Denkens und Arbeitens ab: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) präferieren die Vertrauensarbeitszeit.

Der Trend zum modernen Workplace wird auch in vielen Stellenangebote deutlich. Bei der Geschäftsführung, die nur in Teilzeit arbeitet, wird die neue Richtung bereits teilweise vorgelebt. Natürlich muss auch der Grundbaustein - die Technik - den Arbeitnehmern zur Verfügung gestellt werden. Denn ohne Laptop, Smartphone und Zugänge zu den Servern bringen auch Homeoffice-Regelungen reichlich wenig.

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Unterschied zwischen ‚Generation Y’ und ‚Generation Z’:

Was die ganze interne Umstrukturierung noch erschwert sind die unterschiedlichen Values wenn man sich nur mal beispielhaft die Generation Y (Geburtsjahrgänge 1981-1995) und die ‚Generation Z’ (Geburtsjahrgänge ab 1995) anschaut. Während sich erstere stark mit Smartphones und Tablets in Form eines Statussymbols identifizieren, so ist die ‚Generation Z’ bereits mit der „smarten“ Technologie verheiratet. Hinzu kommt, dass die ‚Generation Y’ die oben genannten Begriffe wie Homeoffice, Arbeit 4.0, Collaboration und Freiheiten genießt. Die Selbstverwirklichung in der Arbeit geht einher mit dem Privatleben, sodass hier keine eindeutigen Grenzen mehr gezogen werden. Klassische Kommunikationswege sind hier WhatsApp und SMS. Entgegengesetzt zur jüngeren ‚Generation Z’, die mittlerweile nach Stabilität und Sicherheit und klaren Strukturen strebt. Wenn der Stift fällt oder der PC ausgeschaltet wird auf der Arbeit, dann bedeutet dies auch klar: Feierabend. Privates und Arbeit sollen idealerweise bei den Jahrgängen ab 1995 strikt getrennt werden. Das Surfen, Scrollen und Kommunizieren via Social Media sind bei der Gen Z dominierend. (https://www.absolventa.de/karriereguide/berufseinsteiger-wissen/xyz-generationen-arbeitsmarkt-ueberblick)

Fazit:

Es gibt nicht DEN allgemeingültigen Arbeitsplatz der Zukunft. Da sich die Jahrgänge doch noch stark unterscheiden, ist hierbei vor allem die Flexibilität der Arbeitgeber wichtig, die natürlich auch mit einer entsprechenden Flexibilität der Arbeitnehmer korrespondieren muss. Selbstverwirklichung zieht sich durchweg durch die jüngeren Jahrgänge, wobei die ‚Generation Z’ diese in klaren Rahmenbedingungen erreichen möchte. Es bleibt wieder spannend, was die Digitalisierung 4.0 noch mit sich bringt und inwiefern dies vereinbar mit den eigenen Werten und denen des Unternehmens ist.

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