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Landing Page Analyse mit Google Data Studio

Stefan Hollaender, 19.02.19 10:00

Jeden Tag werden Unmengen an Daten gesammelt, die uns bei der Erreichung der Unternehmensziele helfen sollen. Viele Daten sind zunächst gut für den, der sie hat. Letztendlich kommt es aber auf die bestmögliche Auswertung, auf die richtigen Kennzahlen an. Nur auf deren Basis lassen sich operative und strategische Maßnahmen ableiten.

Hierbei ist Google Data Studio ein hilfreiches Werkzeug, denn die Möglichkeiten der Datenaufbereitung und die Verbindungen zu Datenquellen sind extrem vielfältig. Standardmäßig sind alle Google-Produkte als Quellen wählbar, beispielsweise Google Analytics, Google Ads oder Youtube. Hinzu kommen zahlreiche Verbindungen zu weiteren Quellen, meist über kostenpflichtige Drittanbieter, um beispielsweise auch Daten von Facebook, Instagram, LinkedIn oder Mailchimp aufzubereiten. Hier eine vollständige Übersicht.

Landing Page Analyse mit Google Data Studio© Pixabay / PhotoMIX-Company

Schnell, einfach, übersichtlich

In diesem Artikel geht es ausschließlich um Google-Analytics-Daten und im engeren Sinne um die Analyse der wichtigsten Landingpage-Aufrufe. Der Satz „Ja, aber das kann ich doch schon mit Google Analytics...“ stimmt schon, aber Google Data Studio bietet einige entscheidende Vorteile:

  1. Man kann mit Google Data Studio einen Bericht für Kollegen zur Ansicht oder Bearbeitung freigeben, ohne dass diese Zugriff auf die sensible Quelle Google Analytics benötigen.
  2. Historische Daten, etwa von Facebook-Zugriffen, sind in Google Analytics auf 90 Tage begrenzt. Bei Google Data Studio gibt es diese Begrenzung nicht.
  3. Die Möglichkeiten zur grafischen Darstellung sind in Google Data Studio viel besser.
  4. Verschiedene Quellen können in einem Bericht kombiniert werden, beispielsweise Daten aus der Google Search Console und Analytics-Daten.

Erste Schritte

Ohne Google-Account funktioniert es nicht – und Sie benötigen auch Zugriff auf die Google-Analytics-Daten Ihrer eigenen Website.

Los geht‘s dann unter der URL https://datastudio.google.com mit einem Klick auf „Neuen Bericht starten“:
Google Data1

Wählen Sie als Datenquelle Google Analytics aus und „zum Bericht hinzufügen“:

Google Data Studio

 

Bericht erstellen in Google Data Studio

Nun öffnet sich der erste „Unbenannte Bericht“ und es empfiehlt sich, diesen gleich umzubenennen, da Google alle Dokumente automatisch speichert und sich ansonsten beim Testen und Herumprobieren zahlreiche unbenannte Berichte ansammeln könnten. Hier im Beispiel heißt er nun „Landingpage Übersicht“ und über die Schaltfläche „Diagramm hinzufügen“ können Sie die erste einfache Tabelle erstellen.

C:\Users\hollaender\AppData\Local\Microsoft\Windows\Temporary Internet Files\Content.Word\05 Auswahl Tabelle.jpg

 

Diese füllt sich gleich automatisch mit Daten aus Google Analytics mit der Dimension „Source“ und dem Messwert „Sessions“. Der Erhebungszeitraum sind automatisch die letzten 28 Tage.

Google Data4

Eine ausführliche Erklärung zu Dimensionen und Messwerten gibt es hier.

Die Basisdaten zur Frage, aus welcher Quelle eigentlich meine Webseitenbesucher kommen, kann natürlich als Tabelle beibehalten werden. In diesem Artikel verändern wir nun aber die Zuordnungen, um eine ganz einfache und nützliche Übersicht der Landingpage-Aufrufe zu erhalten.

Landingpage-Report einrichten

Als Dimensionen wählen wir „Page Title“ und „Page path level 1“. Die Auswahl des “Page path levels“ ist davon abhängig, wie die URL-Struktur der betreffenden Seite aufgebaut ist. Wenn es nach Level 1 noch Unterverzeichnisse gibt, die eine Rolle spielen, sollte auch noch „Page path level 2“ ergänzt werden.

Google Data5

Die Daten im Beispiel stammen vom Sender bigFM, bei dem nur das erste Unterverzeichnis für die Analyse eine Rolle spielt.

Google Data6

Jetzt erkennt man auch schon den ersten Nutzen. Momentan noch mit nur einem Messwert „Sessions“ sieht man sofort die Daten der wichtigsten Seiten und zu welchem Verzeichnis diese Seiten gehören. Und nun geht es an die Messwerte:

Google Data7

Der Messwert „Organic Searches“ ist hierbei NICHT die Anzahl der organischen Suchanfragen zu einer URL, sondern lediglich die Anzahl der „Unique Sessions“ über die organische Suche. Trotzdem ist diese Kennzahl ein sehr guter Anhaltspunkt bezüglich der Bedeutung einer Landingpage in der organischen Suche – gerade für Einsteiger einfacher beim ersten Bericht oder Einstieg in Google Data Studio (Die Einbindung der Google Search Console wird Thema in einem gesonderten Artikel werden).

Google Data8

Die Sortierung der Zeilen erfolgt standardmäßig nach dem ersten Messwert, in diesem Fall „Organic Searches“. Mit einem Klick auf andere Messwert im Modus „Ansehen“ ändert sich die Sortierung dementsprechend.

Wie Sie anhand der Grafik sehen können, hat ein Artikel im Unterverzeichnis „buzzhaltestelle“ mehr „Organic Searches“ als die Startseite des Webradios. Schaut man sich die Page Views (Seitenabrufe) für den Artikel an, so liegt nahe, dass diese fast ausschließlich über die organische Suche zustande kommen. Beim Webradio hingegen sind die organischen Suchen nur für einen kleinen Teil der restlichen Messwerte verantwortlich.

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Hier kommen die Nutzer direkt oder über die Startseite, um Musik zu hören und sich einen Kanal auszuwählen. So können Sie auch ohne eine direkte Einbindung der Search Console einen ersten Eindruck gewinnen, welche Bedeutung der Search Traffic für einzelne Landingpages hat. Der Messwert „Average Time on Page“ gibt dann noch eine gute Übersicht über die durchschnittliche Verweildauer auf den Seiten.

Je nach Funktion einer Seite lässt sich so schnell beurteilen, ob ein Nutzer die Seite als lesenswert oder nutzenswert erachtet – oder ob Inhalt und Nutzerfreundlichkeit eventuell optimierbar sind. Für die Bedeutung im Google-Ranking, sprich die Suchmaschinenoptimierung (SEO) von Webinhalten, ist die Verweildauer ein bedeutender Faktor.

Datum- und Quellenfilter

Um die Analyse strategisch nutzen zu können, fehlen noch zwei Filter. Der erste ist die zeitliche Eingrenzung der Daten über einen Datumfilter.

Google Data Studio

 

Das Objekt zur Einstellung des Zeitraums wird automatisch erstellt und lässt sich frei positionieren.

Google Data10

In den Eigenschaften der Tabelle muss der Standardzeitraum auf „automatisch“ eingestellt sein, damit der Filter für den Zeitraum für diese Tabelle funktioniert. Dies ist aber die Standardeinstellung und sei hier nur kurz nochmal dargestellt, falls die Einstellungen zum Zeitraum nicht übernommen werden sollten.

Google Data11

Nun fehlt nur noch der Filter, um die Quelle des Traffics eingrenzen zu können.

Google Data12

Auch dieses Objekt erstellt sich automatisch nach dem Klick und muss nur noch positioniert werden.

Google Data13

Falls die Dimension noch nicht auf „Source“ steht, dann können Sie dies in den Einstellungen des Filters machen. Als Messwert ist „Sessions“ geeignet, um in der Filterauswahl einen schnellen Überblick zu erhalten.

Google Data14

Filter anwenden

Anwenden lassen sich die beiden Filter erst im Modus „Ansehen“. Im Menü oben rechts kann zwischen den Modi „Ansehen“ und „Bearbeiten“ gewechselt werden.

 Google Data15

 

Mit einem Klick auf den Filter Source erscheinen nun die Traffic-Quellen. Nun können Sie den Filter auf die Tabelle anwenden.

Google Data17

Damit ist die Erstellung einer einfachen Landingpage-Analyse mit Google Data Studio vorerst abgeschlossen.

Google Data Studio

 

Natürlich können Sie das Ganze noch optisch verfeinern und weiter gestalten. Die grafischen Möglichkeiten bei Google Data Studio sind vielfältig und bilden eine echte Abgrenzung zu den grafisch beschränkten Dashboards bei Google Analytics.

Bericht teilen

An diesem Punkt angelangt, können Sie den Bericht an Kollegen zur reinen Ansicht oder zum Bearbeiten weiterleiten.

Google Data19

Im erweiterten Pop-Up lassen sich nun alle weiteren Einstellungen vornehmen, zum Beispiel ob ein Mitarbeiter den Bericht nur ansehen oder auch bearbeiten darf. Der Bericht kann einfach mit einem Link geteilt werden, oder man lädt die betreffenden Kollegen per E-Mail ein:

Google Data20

Die Möglichkeiten, mit Google Data Studio eigene Daten aufzubereiten und darzustellen, sind natürlich noch viel größer, als hier dargestellt. entweder direkt bei Google oder bei Drittanbietern gibt es zahlreiche Vorlagen für weitere Berichte – und es lohnt sich, sich tiefer mit diesem Werkzeug zu beschäftigen. Letztendlich kommt es darauf an, was man aus seinen Daten macht. Die beste Option ist die, aus der sich die richtigen strategischen Entscheidungen ableiten lassen.

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