Vadira Blog

Black Friday: Deal or No Deal?

Michael Merx, 26.11.19 10:00

Wie immer, wenn es um Trends aus den USA geht, hat es etwas gedauert bis der Black Friday auch in Deutschland ankam. Dort hat der Black Friday seit über 50 Jahren die Tradition als offizieller Startschuss ins Weihnachtsgeschäft. Der Freitag nach Thanksgiving wird von vielen in den USA als Brückentag genutzt, für ein Familienwochenende und eben fürs Einkaufen.

In Deutschland fing mal wieder alles mit Apple an. Der Konzern hat das Thema vor einigen Jahren noch exklusiv gelauncht und es ist seitdem vom Online-Handel dominiert. Inzwischen hat der Black Friday bereits eine Bekanntheit von 89 Prozent und 60 Prozent der Bevölkerung planen aus diesem Anlass einen Einkauf. 2016 waren es allein in Deutschland schon rund 1,1 Milliarden Euro Umsatz, die in den Kassen geklingelt haben. Für die Kunden gilt: Vergleichen, vergleichen und noch mal vergleichen! Denn die Rabatte werden nicht immer auf den aktuellen Preis gewährt, sondern auf die unverbindliche Preisempfehlung, die in der Regel höher liegt.

Black Friday© pixabay

Die Digitalagentur SUCHDIALOG hat nun analysiert, inwiefern sich das Interesse an den Angebotstagen aktuell in Deutschland und 18 weiteren großen Industrienationen in den letzten drei Jahren verändert hat und wie beliebte Produkte bzw. Shops und Marken bei den Deutschen gegeneinander abschneiden. In 16 von 19 untersuchten Ländern ist demnach das Interesse am Black Friday in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Deutschland liegt mit einer Steigerung von 174 Prozent knapp über dem Durchschnitt (172 Prozent) der Untersuchung. Auch in Frankreich und Italien zogen die Preisaktionen immer mehr Menschen an. Hier steigerte sich das Suchverhalten um knapp 400 Prozent. In den USA, wo der Black Friday seinen Ursprung hat, ist der Hype um die Schnäppchen dagegen nur konstant geblieben und in Russland sogar zurückgegangen

Mehr Beiträge zu aktuellen digitalen Trends und Themen erhalten Sie auch in unserem Newsletter

Die Preisnachlässe in der Cyber-Week decken jegliche Kategorien ab und reichen von Elektronik über Bekleidung bis hin zu Kosmetik. Um die besten Schnäppchen zu ergattern schauen Kunden nach bestimmten Shops, Produkten oder Marken. Vor diesem Hintergrund hat SUCHDIALOG die jeweiligen Marktführer miteinander verglichen. So gibt es beispielsweise bei den bekanntesten deutschen Elektro-Fachmärkten einen deutlichen Unterschied. Während das Suchvolumen nach Media Markt 60 Prozent ausmachte, sind es bei Saturn nur 40 Prozent. Noch deutlicher ist das Ergebnis beim Smartphone-Kauf: 71 Prozent waren im November 2018 an einem iPhone interessiert, nur 29 Prozent suchten nach einem Samsung Galaxy. Also entscheidet offenbar auch hier der Brand über den Erfolg.

Was sind die beliebtesten Suchbegriffe am Black Friday? Taboola, ein digitale Empfehlungsportal, stellt mit der aktuellen Studie „Black Friday: A Who’s who of Gifts“ Erkenntnisse über die Aktivitäten von Schnäppchenjägern zur Verfügung. So wurden rund 460.000 Millionen Unique User analysiert. Darüber hinaus wertete man nach eigenen Angaben ein Jahr lang über 400.000 Artikel und 1,6 Milliarden Page Views aus. Aus den Suchanfragen konnte anschließend abgeleitet werden, für welche Produktbereiche das Interesse am Black Friday am größten ist.

Diese Produkte werden zum Black Friday weltweit am meisten gesucht

© Taboola

Unternehmen, die am Boom des Black Friday teilhaben wollen, sollten aber einige Dinge gut planen, beziehungsweise einige Fehler nicht machen. Wenn beispielsweise die Verkäufe über die Seite gut sind und die Logistik nicht mithalten kann, dann ist Ärger mit dem Kunden programmiert. Liefertermine müssen unbedingt gehalten werden und die Post und andere Logistikdienstleister sollten mitspielen. Sie sollten auch echte Rabatte anbieten und diese Sonderangebote auch auf bereits reduzierte Artikel anwenden. Pseudo-Rabatte schaden am Ende des Tages dem Image des Geschäfts und langfristig auch der Marke. Manche Unternehmen machen die Rabattschlacht auch ganz bewusst nicht mit, um ihrer Marke keinen Billig-Touch zu verpassen und sie fürchten, dass der Black Friday sich mittelfristig negativ auf das restliche Weihnachtsgeschäft auswirken kann. Denn wer kauft noch im Dezember, wenn er sich schon günstig Ende November mit allen Geschenken eingedeckt hat, so die Befürchtung.

 

Immerhin, von der Stiftung Warentest kommen gute Noten!  Lohnt es sich, an den „Shopping-Feiertagen“ zuzuschlagen, wollten die Tester wissen. Gibt es die Spitzenpreise auch für Spitzenprodukte aus den Tests der Stiftung Warentest? Die Online-Preise für 50 potenzielle Weihnachtsgeschenke wurden aktuell analysiert: Bluetooth-Lautsprecher, Fernseher, Kaffeevollautomaten, Kopfhörer und Smartphones – allesamt Produkte mit einer guten oder sogar sehr guten Testnote. Immerhin!

Vadira Newsletter

:Digitale Trends
Diesen Artikel weiterempfehlen