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Influencer-Marketing - was Unternehmen wissen und beachten sollten

Alisa Nathmann, 28.11.19 10:00

Heute haben wir nicht irgendeine Marketing-Spezialisten im Interview, sondern keine geringere als Ann-Katrin Schmitz (aka) alias „Himbeersahnetore“ (Instagram). Als selbstständige Beraterin und Managerin von Influencerin Farina Opoku alias NovaLanaLove (Instagram) beschäftigt sie sich vor allem mit den Themen Influencer-Marketing, Social-MediaMarketing und E-Branding.

Während ihres Studiums der Unternehmenskommunikation und Journalismus lernte sie ihre heutige Businesspartnerin und enge Freundin Farina kennen, mit der sie gemeinsam einen der erfolgreichsten Influencer-Brands entwickelt hat, der mittlerweile zu einem authentischen Mode-Label geworden ist. Darüber hinaus ist die 28-jährige Dozentin an der HMKW Frankfurt, Beraterin für viele Unternehmen sowie Keynote Speakerin für ihre Themen.

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Sie ist Multiplikator zwischen der Influencerin NovaLanaLove und den Kunden und deshalb am Zuge der Zeit. Ich habe sie zu den Trends 2020 und über erfolgreiche Influencer Marketing-Strategien befragt.

Prinzipiell lohnt sich der Einstieg ins Influencer Marketing für jedes Business. Zu unseren Kunden zählen Versicherungen, Automobilhersteller, Frieseure, Beautykonzerne, Fashion-Brands – sowohl imatrielle als auch materielle Dinge. Influencer Marketing muss nur richtig angewendet werden und über die richtigen Influencer gespielt werden. Es gibt mittlerweile für jedes Produkt und jede Dienstleistung eine Nische.

  • Für welche Marketingziele eignet sich Influencer Marketing aus deiner Erfahrung am meisten?

Definitiv bei nachhaltigen und langfristigen Branding-Kampagnen als auch bei klassischen Abverkaufszielen wie Transaktionsabschlüssen oder Conversionrates. Aber auch beispielsweise zur Lead-Generierung im Sinne von Newsletter-Anmeldungen, Downloads oder ganz klassischen Webseiten-Besuchen. In Hinblick auf Social Media Marketing natürlich auch zur Reichweitensteigerung der unternehmenseigenen Kanälen.

  • Welche sind die wichtigsten Social Media-Kanäle 2020?

Einer der wichtigsten Kanäle ist sicherlich weiterhin Instagram. Man sollte sich aber etwas differenzierter aufstellen. YouTube ist anhand seiner Nutzerzahlen weiterhin stabil und wächst linear. Instagram und YouTube für fast alle Zielgruppen, vor allem die Milleniums und die „Generation Z“. In Abhängigkeit von der Zielgruppe ist es lohnenswert auch mit Snapchat und Tik Tok zu experimentieren - vor allem dann, wenn man die „Generation Z“ erreichen möchte. Je nach Zielsetzung sollte man auch in neuen Formaten denken. Je nach Kampagnenschwerpunkt müssen das nicht nur Social Networks sein, sondern vielleicht eine Instagram-TV-Kampagne über verschiedene Influencer sein.

Wenn man zum Beispiel Anbieter eines so erklärungsbedürftigen Produkts wie Steuer-Software ist, kann man neben einem längeren Erklärvideo auch mit einem Podcast Erfolg haben, Dieses Medium ist DER Trend 2019/2020 – zumal Podcasts nicht so „werbelastig“ sind.http://www.ak-schmitz.dehttp://www.ak-schmitz.de/

Bei „Nano-“ und „Mirco-Influencern“ handelt es sich nicht um einen neuen Trend. Bereits seit zwei Jahren entwickelt sich die Influencer-Szene entsprechend weiter - in der USA schon viel länger. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen arbeiten schon länger erfolgreich mit solchen Influencern zusammen. Die Chance liegt darin, dass man als Werbetreibender auf diesen Accounts eine größere Sichtbarkeit hat, da diese noch nicht so mit Werbung überlastet sind. Als Risiko sehe ich, dass die Kampagnen schwer zu kontrollieren sind. Denn um an die Reichweiten ran zu kommen, die ein großer Influencer mitbringt, ist die Arbeit in diesem Fall sehr kleinteilig. Man muss diese Influencer in der Regel „händisch“ anschreiben oder man muss mit großen Netzwerken arbeiten, wovon ich persönlich abrate, da Influencer-Marketing einer persönlichen Note bedarf. Die Arbeit mit Mirco-Influencer ist zeitaufwendiger und kostet mehr Manpower, kann dafür aber genauso effizient sein - wenn nicht sogar effizienter, als mit großen Accounts zu arbeiten.

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  • Was ist aus deiner Sicht das Rezept für eine erfolgsversprechende Influencer Kooperation?

DIE perfekte Lösung für eine erfolgreiche Kampagne, welche auf jedes Produkt oder jede Dienstleistung anzuwenden ist, gibt es natürlich nicht. Am Anfang steht immer die persönliche erfolgreiche Kontaktaufnahme zu dem passenden Influencer. Dann sollte der Ansatz der Kampagne möglichst kreativ und unique sein. Besonders wichtig ist weiterhin die Authentizität – Produkt und Influencer müssen zusammen passen. Für das Unternehmen ist die Auswahl des passenden Influencers deshalb enorm wichtig. Hier müssen sich Unternehmen fragen: Passt der Influencer zu meiner Marke? Bewegt der Influencer sich bereit im Umfeld ähnlicher Marken?

Weiter ist es wichtig, ein nicht zu eng geschnürtes Briefing für den Influencer aufzusetzen und Zeitpläne zu besprechen. Am Ende steht aber die Authentizität über allem und diese muss gleichberechtigt wirken - sowohl für Influencer wie auch für das Produkt und die Marke.

  • Was sollten Unternehmen und Agenturen beachten, wenn sie mit Influencern zusammenarbeiten? Was sind absolute „No-Gos“?

Auch hier: das Thema Nachhaltigkeit ist besonders wichtig. Es ist davon abzuraten einmalig ein Foto, eine Story oder ein Video zu buchen, sondern es ist wichtig möglicht verschiedene Touchpoints zu nutzen - beispielsweise verschiedene Social Media-Kanäle,. Ein „No-Go“ ist es dem Influencer seine Wunsch-Botschaft in den Mund zu legen und dies auch so über Briefings zu kommunizieren. Der Influencer muss das immer in seiner eigenen Tonalität an seine Zielgruppe herantragen können. Ein weiteres „No-Go“ sind Reichweitenüberschneidungen. Marken sollten mit verschiedenen Varianten an Influencern zusammenarbeiten und Influencer mit verschiedenen Schwerpunkten aus verschiedenen Städten einsetzen, die nicht einem gemeinsamen Netzwerk angehören. Wichtig ist auch das Thema Schleichwerbung. Unternehmen sollten die Influencer darauf hinweisen, dass sie die Werbung in Ihren Posts bzw. Beiträgen kennzeichnen.

  • Kannst Du uns von einer besonders erfolgreichen Zusammenarbeit berichten? Was war das Ergebnis für den Werbekunden?

Als Best Practice-Beispiel kann ich immer wieder die Marke Barbor nennen. Dieses Unternehmen stellen pflegende und dekorative Kosmetik her. Bis vor einigen Jahren hatte diese Marke noch ein sehr angestaubtes Image und hat es unter anderem durch gut gemachtes Influencer-Marketing geschafft sein Image komplett zu modernisieren und sich selbst neu zu erfinden. Nun sind sie eine moderne Marke für junge Zielgruppen. Sie haben es geschafft Influener langfristig an sich zu binden und schauen nun beispielsweise in Richtung des asiatischen Markts um ähnliche Strategien einzusetzen. Es werden hier im voraus Jahresverträge mit den einzelnen Influencern vereinbart, sodass es monatlich Berührungspunkte mit den einzelnen Produkten gibt.

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  • Was sind aus deiner Sicht die aktuellen Trends im Influencer-Marketing und wo geht die Reise in den nächsten Jahren hin?

Für mich geht die Reise weg von der klassischen Social Media-Plattform hin zu der Formatentwicklung. Das heißt Influencer werden nicht nur über ihre eigene Plattform sondern mehr in klassischen Medien auftreten und gezielt für deren Formate eingesetzt. Ich denke Influencer werden auch eigenständig solche Formate aufsetzen und für die klassischen Medien damit zur Konkurrenz werden. Vor allem das Thema Podcast wird weiterhin stark an Bedeutung gewinnen – Online-Audio wird 2020 enorm wichtig. Dementsprechend werden auch alle Werbekunden auf diesen Formaten zukünftig ihre Maßnahmen streuen können.

Ich bedanke mich bei Dir Anni, für das tolle Interview und deine Zeit. Weiterhin viel Erfolg für Dich und deine Projekte.

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