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Impressumspflicht in sozialen Medien

Alisa Nathmann, 22.01.19 10:00

 Früher war es ausschließlich die eigene Homepage, heute ist auch die Facebook-Seite eines der wichtigsten Aushängeschilder für Unternehmen. Doch es geht hierbei nicht nur darum, interessanten Content für die User bereitzustellen. Vielmehr ist es wichtig, dass Sie auch die rechtliche Seite bedenken. Deshalb sollte Ihr erster Schritt zur eigenen Facebook-Seite das Erstellen eines einheitlichen Impressums sein. Welche Schritte Sie hierbei beachten müssen, erfahren Sie in diesem Blog.

Impressumspflicht soziale Medien

 © pixabay

Warum ein Impressum?

Das Einrichten eines vollständigen und einheitlichen Impressums ist für alle Online-Präsenzen von Unternehmen wichtig. Doch was ist ein Impressum eigentlich? Was muss im Impressum stehen - und wie erstellt man dieses auf Facebook?

Das Telemediengesetz (TMG) erlegt bestimmten Online-Akteuren sogenannte Anbieterkennzeichnungspflichten auf. Die telemedienrechtlichen Anbieterkennzeichnungspflichten werden von Anbietern im Bereich „Impressum“ genannt. Dabei handelt es sich aber nicht um ein Impressum im presserechtlichen Sinne. Vielmehr geht es um Informationen, die Unternehmen im traditionellen Rechts- und Geschäftsverkehr beispielsweise auf Geschäftsbriefen ohnehin längst erfüllen müssen. Diese Anbietertransparenz muss auch im elektronischen Geschäftsverkehr gewährleistet sein. Seit 1997 fordert der Gesetzgeber diese Anbietertransparenz im elektronischen Geschäftsverkehr. Verbraucher sind mit Hilfe der Anbieterkennzeichnung in der Lage, Unternehmen im Netz auf ihre Seriosität zu überprüfen – zum Beispiel durch einen Anruf bei der Aufsichtsstelle – bevor sie deren Dienste in Anspruch nehmen. Unternehmen wiederum haben ein Interesse daran, Informationen über andere Marktteilnehmer zu erlangen, um ein wettbewerbsrechtlich einwandfreies Verhalten durchsetzen zu können.

Das Anlegen einer Unternehmensseite auf Facebook bringt Ihnen etliche Vorteile: Der Auftritt im sozialen Netzwerk kann zur Markenbildung Ihres Unternehmens beitragen und sich dadurch positiv auf ihr Image auswirken. Zudem gilt Facebook neben Google und Youtube mittlerweile als eine der wichtigsten Suchmaschinen im Internet. Unternehmen haben hier die Möglichkeit, Ihre Kunden zielgruppenspezifisch anzusprechen und in einem direkten Dialog mit ihnen zu treten. So können wertvolle und nachhaltige Kundenbeziehungen entstehen, die einen erheblichen Wettbewerbsvorteil mit sich bringen können. Nicht zuletzt ist das Einrichten einer Facebook-Seite völlig kostenlos.

  © pixabay

Jeder, der sich ein Facebook-Profil anlegt, muss sich eingangs eine entscheidende Frage stellen: Verwende ich dieses Facebook-Profil privat, aus kommerziellen Zwecken oder als Fanseite?

Sobald Selbstständige, Unternehmensmitarbeiter oder Geschäftsführer eine Facebook-Seite oder -Gruppe betreiben, die die Leistungen oder das Image eines Unternehmens bewerben, liegt eine geschäftliche Tätigkeit vor. Paragraph 5 des Telemediengesetztes besagt, dass geschäftlich genutzte Seiten einer Impressumspflicht nachgehen müssen. Das trifft auf Facebook insofern zu, als dort verschiedene Inhalte wie beispielsweise Bilder und Videos veröffentlicht werden können. Für die Frage der Geschäftlichkeit hat es zunächst keine Bedeutung, ob Sie ein persönliches Profil führen oder eine Unternehmensseite angelegt haben. Es kommt vielmehr auf die Art der Nutzung an.

Was muss im Impressum stehen?

  • vollständiger Name des Betreibers
  • Anschrift
  • Kontaktdaten wie Telefon, E-Mail und Fax
  • bei Unternehmen die jeweilige Rechtsform und Vertretungsbefugnis
  • Umsatzsteuer-ID
  • Registergericht und Registernummer

Informationen wie eine kurze Unternehmensbeschreibung oder die Öffnungszeiten sind nicht zwingend notwendig. Dennoch helfen Sie dem Seitenbesucher, ein Bild von Ihrem Unternehmen zu bekommen. Auch Verweise auf Ihre anderen digitalen Präsenzen, beispielsweise bei Twitter oder Instagram, sind sinnvolle Infos im Impressums-Bereich bei Facebook.

Zudem ist es sinnvoll, auf das Impressum Ihres Online-„Hauptquartiers“, der Website Ihres Unternehmens, zu verlinken. Letztlich gilt für alles Online-Präsenzen dasselbe: Das Impressum muss sofort als solches erkennbar und einfach zu finden sein. Ansonsten drohen Strafen: Wer als Telemedienanbieter seine Anbieterkennzeichnungspflicht nicht den gesetzlichen Anforderungen anpasst, handelt ordnungswidrig. Das kann vor allem für kleine und mittlere Unternehmen teuer werden, weil es gleichzeitig einen Wettbewerbsverstoß darstellt, der unter anderem zu Ansprüchen auf Unterlassung führt, die normalerweise mit kostenpflichtigen Abmahnungen durchgesetzt werden.

Wie Sie gesehen haben, ist es mit ein paar Kniffen nicht schwer, ein Impressum für Facebook zu erstellen. Sie haben noch keine eigene Facebook-Seite? Dann zögern Sie nicht, die ersten Schritte zu gehen – aber vergessen Sie das Impressum nicht!

:FacebookSocial MediaIT Recht
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