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Google for Jobs - Wie Unternehmen Ihr Recruiting mit dem neuen Tool pushen

Fabienne Lösch, 22.08.19 10:00

Ein Tool, dass international schon länger unverzichtbar ist im Recruiting-Bereich, ist vor Kurzem auch in Deutschland angekommen: Google for Jobs. Wenn man bedenkt, dass Stellenausschreibungen via Google bereits in mehr als 100 Ländern existieren, ist Deutschland hier ein Spätzünder. Dabei ist die Jobsuche via Google mit ein, zwei Suchbegriffen so einfach wie noch nie, wenn man bedenkt, dass circa 90 Prozent aller Suchen bereits über den „Big Player“ Google erfolgen.

Google for Jobs - diese Fehler sollten Sie vermeiden© unsplash.com / Agnieszka Boeske

Die Jobsuche via Google for Jobs funktioniert im Prinzip wie jede andere Google-Suche:  Vereinfachte Benutzeroberfläche, Filtermöglichkeiten etwa nach Region und Stellenart sowie die Speicherfunktion sprechen für eine positive Candidate Journey.

Das Besondere dabei: Der potenzielle Bewerber sucht nicht mehr bei den einzelnen Jobportalen, sondern macht nur noch eine zentrale Google-Suche! Hierbei wird der Vision des Google-Managers Nick Zakrasek verfolgt. Demnach werden den Menschen nur die relevantesten Suchergebnisse geliefert. Googles Marktmacht mit dem neuen Tool ist hierbei nicht zu unterschätzen. Eine wichtige Kennzahl: Knapp 80 Millionen Stellenanzeigen sind derzeit online verteilt in allen Jobportalen, wovon lediglich zwischen 2 bis 3 Prozent der Jobs tatsächlich offen sind.

Aus Unternehmersicht

Ganz so einfach ist die Listung der Stellenangebote aber nicht – selbst nicht für die größten und liquidesten Unternehmen. Denn Google stellt Richtlinien auf, um die Sichtbarkeit der eigenen Karriereseite oder der Anzeige bei Jobportalen zu gewähren. Wer nicht versteckt bleiben möchte, sollte sich unbedingt an Googles Schema orientieren. Im Folgenden zeige ich Ihnen die Dos und Don’ts:

Google for Jobs - diese Fehler sollten Sie vermeiden© unsplash.com / Pawel Czerwinski

Abgesehen davon, dass der Jobtitel, das Firmenlogo und die Ortsangabe wichtige Inhalte sind, reicht es nicht aus, nur bei klassischen Online-Jobbörsen auszuschreiben. Die direkte Verlinkung zur Website hat eine größere Conversion Rate zur Folge. Die derzeit kooperierenden Jobportale und Drittanbieter heißen XING, LinkedIn, Monster und Azubiyo. Vor allem die Portale Indeed und Stepstone weisen einen deutlichen Verlust an organischer Reichweite auf, seit Google for Jobs gelaunched wurde. Der Grund: Sie lehnen die Zusammenarbeit mit Google for Jobs ab. Indeed-Chef Frank Hensgens zeigt auf, dass Googles Features von Indeed schon seit mehr als 10 Jahren angeboten werden. Auch Stepstone behält sich vor, exklusiv zu bleiben, indem virtuelle Touren durch Firmen angeboten werden. Ein solches Feature gibt es bei Google (noch) nicht.

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Zur Stellenbezeichnung gehört zudem eine ausführliche Job-Description. Denn der potenzielle Bewerber bekommt hier den ersten Eindruck, weshalb jedes Detail die Candidate Journey verbessern kann. So auch in puncto Gehalt und Art der Beschäftigung (Vollzeit, Teilzeit, etc.). Ein Button oder Link mit dem Titel „Jetzt bewerben“, der potenzielle Bewerber direkt zum Karrierebereich auf Ihrer Unternehmenswebsite bringt, ist unverzichtbar. Diese Verknüpfung ist ebenfalls ein K.-o.-Kriterium von Google, das Ihre Auffindbarkeit online steigert. Wenngleich das alles selbstverständlich klingen mag: Nur wenige KMU gehen hier bislang richtig vor und integrieren diese Art von Suche in ihr Employer Branding.

Google for Jobs - diese Fehler sollten Sie vermeiden

© unsplash.com / Casper Camille Rubin

Auch Google selbst pflegt eine Checkliste auf der Website, um eine Stellenausschreibung zu erstellen. Als Nonplusultra beschreibt Google die Wichtigkeit einer hohen Crawling-Frequenz. Dies bedeutet, dass der Google-Bot jede öffentliche Webseite identifiziert und nach Relevanz bei den Suchergebnissen listet. Auch die technischen Anforderungen (URLs, Indexing API, Sitemap) finden Sie direkt bei den Google-Richtlinien.

Die Kommerzialisierung von Google Jobs wird in den kommenden Monaten noch Thema werden. Durch die Datengenerierung über das Webverhalten der User weiß Google noch viel mehr über die Persönlichkeit – und kann einen Algorithmus einbauen. Durch den Einsatz von Google Ads tauchen Unternehmen mit budgetierten Anzeigen noch vor organischen Stellenangeboten auf. Somit darf man hoffen, dass die angebotenen Jobs tatsächlich an Relevanz gewinnen für den einzelnen Besucher. In Zeiten des Fachkräftemangels, der Digitalisierung und des „War for Talents“ im Recruiting zählt unterm Strich nur eins: Mehr qualitative Bewerbungen zu generieren. Ob Google hierzu mit Google for Jobs entscheidend beiträgt, bleibt abzuwarten. 

Fazit

Wenn man bedenkt, dass es aktuell mehr als 1000 Jobportale in Deutschland gibt, vereinfacht Google die Stellensuche enorm. Der Suchmaschinen-Riese sammelt die Daten einzelner Webseiten – und zeigt den Nutzer relevanten Content per Algorithmus auf. Noch wird ein kleiner Bruchteil an Unternehmen abgebildet, da viele das Google-Schema und die Aktualisierung der Stellenanzeige nicht anwenden. Wenn Sie und Ihr Unternehmen die Richtlinien von Google for Jobs beachten, können auch Sie eine größere Reichweite sowie Conversion Rate generieren. Viele Jobportale werden künftig einbrechen, weil die Google-Jobs zunehmend an Relevanz für die User gewinnen.

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