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eRecruiting - Mitarbeitersuche im Internet

Sophia Tran, 15.07.19 10:07

eRecruiting oder elektronisches Recruiting umfasst den gesamten Prozess der Personalbeschaffung – das heißt: Stellenanzeige veröffentlichen, die Bewerbersuche, Bewerberauswahl und die Kommunikation im Rahmen der Stellenbesetzung. Unser Beitrag erklärt, wie das funktioniert.

Was ist eRecruiting?
eRecruiting ist nichts anderes als die Personalbeschaffung mit digitalen Mitteln. Arbeitssuche und Stellenbesetzung spielen sich heute im Internet ab. Was liegt näher, als Tools und Software zu nutzen, um Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zusammenzubringen?

Ursprünglich geht Recruiting auf die Online-Jobbörsen der 1990er Jahre zurück. Bewerber konnten dort Stellengesuche aufgeben und ihren Lebenslauf sowie ihre Zeugnisse hochladen. Unternehmen konnten ihre Stellenangebote platzieren. Und beide Seiten hatten die Möglichkeit, über Suchfunktionen den passenden Gegenpart zu finden.

Heute funktioniert eRecruiting raffinierter: In unserer Zeit wird die digitale Personalbeschaffung als kompletter Prozess in entsprechender Software abgebildet.

Digital Recruiting - Mitarbeitersuche

Bildquelle: Pixabay/rawpixel

Der eRecruiting-Prozess
Zur Personalbeschaffung von Unternehmen gehören mehrere Prozess-Schritte, die sich sehr gut digitalisieren lassen:

  1. Stellenangebot erstellen
  2. Neue Stelle posten
  3. Empfang der Bewerbung
  4. Eingangsbestätigung per Mail
  5. Auswertung der Bewerbung
  6. Abgleich des Kandidaten mit den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle
  7. Absage per Mail an ungeeignete Bewerber
  8. Einladung der geeigneten Kandidaten
  9. Terminabstimmung
  10. Assessment
  11. Terminvereinbarung für ein Vorstellungsgespräch
  12. Interview der Bewerber
  13. Auswertung des Vorstellungsgesprächs
  14. Absage per Mail an ungeeignete Kandidaten
  15. Zusage an den passenden Bewerber oder die passende Bewerberin.

So läuft das Recruiting in den meisten Unternehmen ab. Daran schließen sich die Vertragsverhandlungen und das Onboarding an. 

Wie funktioniert eRecruiting?
Als Erstes veröffentlichen Sie auf Ihrer eigenen Karriere-Webseite eine Stellenanzeige. In einem Online-Bewerbungsformular, das mit Ihrer Stellenanzeige verknüpft wird, definieren Sie Felder, die Ihre Bewerber ausfüllen sollen.

Mittels Multiposting-Funktionen können Sie die Stellenanzeige mit einem Klick auf vielen Jobportalen veröffentlichen. Damit bekommen Sie mehr Sichtbarkeit für Ihre Anzeige und mehr Bewerbungen.

Active Sourcing bedeutet, dass Sie zum Beispiel bei LinkedIn oder Xing aktiv nach Bewerbern suchen. Die Business-Netzwerke bieten viele Filter- und Suchfunktionen an. So können Sie potenzielle Kandidaten finden und direkt anschreiben, eventuell auch automatisiert.

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Wenn Sie eine HR-Software verwenden, können Sie darin Qualifikationsprofile hinterlegen. Sie können fachliche und persönliche Voraussetzungen festlegen, die die Bewerber erfüllen sollen.

Die Software erstellt nicht nur Ihr Online-Bewerbungsformular, sondern gleicht die Angaben der Bewerber auch direkt mit Ihren Anforderungen ab. Über ein Scoring-System weist sie den einzelnen Bewerbungen Punkte zu und Sie bekommen schnell den Überblick, wer sich am besten für die Position eignet. Diesen Vorgang nennt man Matching.

Daran schließt sich der strukturierte Bewerbungsprozess mit den oben beschriebenen Prozess-Schritten an.

Auch ein elektronisches Assessment für die Vorauswahl sowie strukturierte Interviews können über eine HR-Software bereitgestellt werden.

Die Informationen über die Bewerber, die im Verlauf des Prozesses immer mehr anwachsen, werden in einer elektronischen Bewerberakte gespeichert. Im Erfolgsfall wird diese Bewerberakte in eine elektronische Personalakte überführt.  

Tools für das eRecruiting
Unternehmen können ihren Bewerbungsprozess mit verschiedenen Tools organisieren. Diese werden im Folgenden vorgestellt.

Digital Recruiting - Bewerbermanagement

Bildquelle: Pixabay/rawpixel

Social Media
Ein großer Teil der Stellenanzeigen und Bewerbungen werden in Social-Media-Kanälen gepostet. Unternehmen nutzen besonders die Karriere-Plattformen LinkedIn und Xing, aber auch zunehmend Facebook und Co., um Kontakt zu Bewerbern zu bekommen.

Der Vorteil von Social Media ist ihre Verfügbarkeit. Die Betreiber der Kanäle bieten eine Vielzahl von standardisierten Recruiting-Funktionen an. Ohne weitere Software nutzen oder installieren zu müssen, können HR-Mitarbeiter direkt mit der Bewerbersuche loslegen.

Jobbörsen
Jobbörsen gibt es wie Sand am Meer. Über 2000 Portale tummeln sich allein im deutschen Sprachraum. Öffentliche und private Anbieter, regionale und branchenspezifische Portale: Alle rangeln sich um die begehrten Fachkräfte. Die Bundesagentur für Arbeit, die Länder, Kirchen und Verbände, Stepstone, Monster, Bundeswehr und Deutsche Bahn suchen alle per eRecruiting nach Bewerbern.

Die Jobbörsen funktionieren alle nach einem ähnlichen Muster. Sie sind auch ein gutes Instrument für Ihr Employer Branding, das heißt: für Ihre Selbstdarstellung im Internet als attraktiver Arbeitgeber.

Mittels Multiposting-Funktionen von Personalsoftware-Lösungen können Sie Ihre Stellenangebote automatisiert über eine Vielzahl von Social-Media-Kanälen und Jobbörsen streuen.

Eigene Karriere-Webseite
Die meisten Unternehmen haben einen Karrierebereich auf ihrer Website. Dieser lässt sich mithilfe von Online-Formularen einfach selbst aufsetzen. Professioneller wird er, wenn er mit Spezialsoftware erstellt wird.

Mithilfe von HR-Software können Unternehmen den Karrierebereich ihrer Website professionell gestalten. Mitarbeiter der Personalabteilung generieren aus Vorlagen und Stellenprofilen Stellenanzeigen und posten sie unter „Karriere“ auf der Website.

Die Datenbasis und Anpassungsfähigkeit solcher Systeme ermöglicht es, einen Personalbedarf rechtzeitig zu erkennen (die Software weiß, wann jemand in Rente oder Mutterschutz geht oder gekündigt hat), Bewerbungen mit Stellenprofilen zu vergleichen und eRecruiting-Prozesse individuell zu gestalten. 

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Mobile Recruiting
Mobile Bewerbungen liegen im Trend. Das Portal Meinestadt.de fand in seiner „Mobile Recruiting Studie 2017“ heraus, dass mehr als drei Viertel der Bewerber auf dem Smartphone nach Stellen suchen. Aber nur 43 Prozent der Unternehmen haben ihre Online-Stellenanzeigen für mobile Endgeräte optimiert. Bei den Karriere-Webseiten sieht es noch düsterer aus.

Technisch ist Mobile Recruiting kein Problem: Die meisten HR-Systeme ermöglichen den Bewerbern, ihre Profile von Xing oder LinkedIn hochzuladen. Unternehmen, die das noch nicht anbieten, sollten den Kandidaten ein Formular für eine Kurzbewerbung anbieten. Und das tunlichst mobiloptimiert.

Vorteile des eRecruiting
eRecruiting nimmt der Personalabteilung und den Bewerbern Arbeit ab. Die Durchlaufzeiten werden viel schneller als bei der manuellen Personalbeschaffung. Die Prozesse werden lückenlos und korrekt abgearbeitet. 

Außerdem sind die HR-Softwarelösungen auf die Datenschutz-Anforderungen der DSGVO abgestimmt. 

Den Kandidatinnen und Kandidaten wird der Prozess ebenfalls leicht gemacht. Die Benutzerführung ist so, dass sie sich ohne große Umstände schon vom Smartphone aus auf eine Stelle bewerben können. Sie erhalten schnelle Rückmeldung und werden nicht so lange über den Status ihrer Bewerbung im Unklaren gelassen.

Außerdem entfällt auf beiden Seiten der lästige und kostspielige Papierkram. 

Fazit
eRecruiting ist die softwaregestützte, digitale Abwicklung kompletter Bewerbungsprozesse. HR-Software, Jobbörsen und Business-Netzwerke bieten für Unternehmen und Bewerber komfortable Funktionen, um zusammenzufinden.

Die Personalbeschaffung über das Internet ist inzwischen Standard. Auch Mobile Recruiting erlebt ein rasantes Wachstum.

Die automatisierten und strukturierten Verfahren erlauben ein passgenaues Matching von Qualifikationen und Stellenprofil. Das spart auf allen Seiten Zeit und Kosten.

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