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Was sind die aktuellen Treiber der digitalen Marketing-Welt?

Caroline Koch-Khoury, 07.10.19 10:00

Eines steht fest: Digitales Marketing ist omnipräsent. Marketeer stehen stärker denn je vor der Aufgabe kontinuierlich nach neuen geeigneten Digital-Kanälen Ausschau zu halten und Wissen aufzubauen, um das große Potenzial der neuen Technologien mit abzuschöpfen. Die treibende Kraft dahinter: Performance. Das Ziel: messbare Reaktion. Die Hoffnung: Effizienteres werben.

DMEXCO was sind die aktuellen treiber der Marketing-welt

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Auf der diesjährigen DMEXCO, Treffpunkt aller wichtigen Entscheidungsträger aus digitaler Wirtschaft, Marketing und Innovation, diskutierte zum einen die BVWD über die Wachstumstreiber und die Trends der digitalen Marketing-Welt, auf die nachfolgend eingegangen wird.

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Adressable TV: Gilt als der Zukunftsmarkt. Unter Adressable TV versteht man das gezielte Aussteuern von Fernsehwerbung auf Smart TVs, also Fernsehgeräten mit Internetverbindung. Aktuell sind nur kleinere rechteckige und größere L-förmige SwitchIn-Formate im Einsatz, die beim Umschalten auf einen neuen Sender eingeblendet werden. Über den Red Button auf der Fernbedienung gelangt der User dann auf weiterführende Inhalte.

Der Werbeeffekt ist nicht zu unterschätzen, vorrangig aufgrund der kompletten Durchsichtsrate, während der eigentliche Senderinhalt weiter zu sehen ist. „Die Werbeform ist noch relativ neu und schafft alleine dadurch beim Konsumenten eine starke Wirkung“, so Andrea Malgara, verantwortlich für Internationalisierung, Forschung sowie für das New Businessin der Holding der Mediaplus Gruppe.

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Quelle: https://www.adition.com/addressable-programmatic-tv-yieldlab-und-active-agent-machens-moeglich/

Digitale Werbung bei E-Retailer: Bei E-Retailer - Unternehmen die über das Internet Produkte oder Dienstleistungen verkaufen - Werbung zu platzieren steht ebenfalls hoch im Trend. Amazon erwirtschaftete im Jahr 2017 insgesamt fast 5 Milliarden Dollar. Ende 2018 stiegen diese Werbeeinnahmen um 122 Prozent gegenüber dem Vorjahr (vgl. https://www.publicismedia.de).

Ein zunehmender Trend ist Werbung neben und innerhalb von Suchergebnissen und Produktlistings auf E-Commerce-Webseiten zu schalten. Aufgrund der zielgruppenspezifischen Platzierung ist das Potenzial der Online Conversions hier auch vergleichsweise groß.

Digital Out Of Home: Die digitale Außenwerbung über Bildschirme im öffentlichen Raum ersetzt zunehmend die herkömmliche Papierplakate. Mit guten Argumenten überzeugen die 90 DOOH-Anbieter Marketeer von dieser Werbeform, die zum einen die Vorteile des klassischen Mediums (Öffentlichkeit, Reichweite) und zum anderen die Vorzüge des digitalen Fortschritts besitzt.

Denn Unternehmen können tagesaktuell, wetterabhängig und in Variationen die Zielgruppe somit nicht nur am richtigen Ort, sondern auch zur richtigen Zeit und mit der passenden Frequenz anspielen. Derzeit existieren nahezu über 120.000 Screens im deutschen Markt. Die Anbieter wollen bis Ende 2019 einen programmatischen und vereinfachten Einkauf anstreben.

WLAN- und Beacon-Technologie sowie Gesichtserkennung werden zukünftig dafür sorgen, dass das Medium in den nächsten Jahren sowohl zielgenauer, messbarer sowie im Trend liegen wird – so der Plan.

Native Advertising: Darunter ist eine Werbeform zu verstehen, bei der werbliche Inhalte im gleichen Stil wie redaktionelle Beiträge aufbereitet werben. Diese digitalen Werbeanzeigen wirken „vertraut“ und „journalistisch“, wobei das Bestreben werblich ist. Im Idealfall soll der Besucher dies nicht merken.

Jedoch wird dem Leser beim Native Advertising tatsächlich ein Mehrwert in Form eines interessanten Artikels geboten. Es gilt das Ziel Leser anzulocken und so zu potenziellen Interessenten zu machen und Klicks zu generieren, um so die Glaubwürdigkeit und die Relevanz des Unternehmens zu steigern. Dieser neue Form der Interaktion  mit der Zielgruppe ist angesichts der Werbeflut eine erfolgsversprechendes Format mit viel Potenzial.

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Paid Social: Dass Social-Media-Werbung als Werbeinstrument erfolgreich ist, hat sich bereits rumgesprochen. Aber es geht zunehmend weniger darum, DASS dieser Kanal bespielt wird, sondern eher in WELCHER Form!

Nehmen wir Facebook – hier spielen Videos eine wichtige Rolle. Vorrangig daher, da der Bewegtbildkonsum auf dieser Plattform zunimmt. Jeden Tag werden dort 100 Mio. Stunden Videocontent konsumiert – und das bei einer Betrachtungsdauer von  ca. 6 Sekunden bei Paid Social und rund 17 Sekunden bei organischen Posts (vgl. Ebenfalls sollte bei Social Media Werbung Paid Social immer auf die Umsetzung einer „mobil-first“-Strategie geachtet werden. Alleine in Deutschland melden sich 27 Millionen Menschen täglich mit ihrem Mobilgerät bei Facebook an. Und da sich 41 Prozent der Nutzer schneller durch den mobilen Newsfeed scrollen als am Desktop sollten mobile Ads auch bevorzugt eingesetzt werden.

Bei Instagram geht es auch bei Paid Social vorrangig um die Ästhetik des Posts. Nur kreative, inspirierende und visuell hochwertige Inhalte funktionieren erfolgreich und sind somit die Mühen und das Geld wert. Instagram gilt bislang noch als profitable Plattform für Paid Social, da Werbung noch vergleichsweise günstig ist und mit hoher Reichweite und viel Interaktion einhergeht.

Digital Audio: Viele Werbetreibende ergänzen die Reichweitenstärke von UKW mit digital Audio. Über Instream-Spots, die im laufenden Programm zu ­hören sind, wird auch Prestream-Werbung angeboten. Der Spot im Prestream wird ausgesteuert sobald der Hörer den Sender einschaltet. Dieser kann durch eine sogenanntes Audio Sync Display Ad erweiterte werden, welches mobil ausgespielt wird. Somit wird das Audio, das für die Emotionen zuständig ist, um die sofortige Click-out-Möglichkeit ergänzt. Dadurch können hohe Conversion Rates erzielt werden.

Die Zukunft des Digital Audio-Markts sieht vielversprechend aus. In der Studie zur „Zukunft des Audio-Markts“ wird sogar „vom wichtigsten Kommunikationskanal“ gesprochen. Der Grund ist laut „Vorn Strategy Consulting“, dass Voice Control bald Alltag seien und den Trend zum Hören verstärken werden. Das sind Technologien zur Spracherkennung oder zum Einsatz von Sprachinterfaces, die einen Dialog mit Maschinen ermöglichen.

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Online-Video über alle Devices: Online-Video boomt und das nicht erst seit gestern. Aber in diesen Bereich ist viel Bewegung drin. Videos werden zunehmend interaktiver. In vielen Bereichen wird nach Videos mit 360Grad-Video-Inhalten, verschiedenen Perspektiven und einer Selbststeuerung des Video-Erlebnisses verlangt. Auch der Handel nutzt zunehmend Videos im Rahmen des Kaufprozesses. Immer mehr Unternehmen testen die vielfältigen Möglichkeiten aus, den Nutzern noch während der Videoausstrahlung die Möglichkeit zu geben, ein Produkt zu kaufen. Die Zahlen solcher Kaufabschlüsse sprechen für sich – bereits 50 Prozent der Nutzer bestellen ein Produkt über die swipe-up- Funktion nach dem Ansehen des Videos (vgl. blynk.de).

Search: Search Engine Advertising (SEA, Suchmaschinenwerbung) gehört ebenso wie  Suchmaschinenoptimierung (SEO) zum Suchmaschinenmarketing (SEM). Dabei fokussiert SEO die interne Optimierung von Websites sowie den externen Linkaufbau. Bei SEA geht es wiederum um bezahlte Werbemaßnahmen innerhalb von Suchmaschinen. Diese werden zusammen mit den Suchergebnissen aufgrund einer gezielten Keyword-Strategie ausgespielt.

Display: zu Deutsch Bannerwerbung. Diese oftmals zu Unrecht verunglimpfte Werbeform ist weiterhin geeignet um Awareness zu wecken, Image zu prägen und den Impact anzukurbeln.  Um den User jedoch immer wieder neu zu überraschen gibt es Display-Ads in allerlei Größen und Formaten. Der BVDW-Vortrag auf der diesjährigen DMEXCO verdeutlicht, dass sowohl mobile Bannerwerbungen wie auch über Display ausgespielte Werbung positiv auf das Image und auf den Impact wirken. Einzig für die Awareness sollten vorrangig mobil ausgelieferte Banner gewählt werden. Display-Werbung punktet damit, dass sie der Werbebotschaft mehr Raum gibt, Mobil-Banner durch die Einnahme des gesamten Bildschirms.

Fazit: Es gibt nicht den einen „richtigen“ Kanal. Es gilt vielmehr individuell den richtigen Mix zu finden und die Zielgruppe mit dem richtigen Inhalt auf dem dazu passenden Kanal anzusprechen.

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