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Diese Werbung darf nicht stören

Michael Merx, 19.03.19 10:00

Native Advertising ist Mainstream und bleibt es auch

Einst wurde es als DAS Marketing-Tool der Zukunft angepriesen: Native Advertising. Werbung, die sich inhaltlich dem Umfeld anpasst, nicht stört und niemanden nervt. Das war das Versprechen für die Ads, die als redaktionelle Advertorials u. ä. daher kommen. Und tatsächlich zeigen neue Zahlen, dass das aufgeht. Studien zufolge erkennen fast 50 Prozent der Nutzer nicht, wenn sie Native-Advertising-Inhalte vor sich haben. Immerhin 73 Prozent glauben, dass sich Glaubwürdigkeit und Imagewerte durch diese Werbeform für Unternehmen verbessern lassen. Hier einige Tipps, wie Sie Native Ads optimal einsetzen:

Native Advertising Diese Werbung darf nicht stoeren© ESB Professional / Shutterstock.com

1. Inhalte vor Marke

Man braucht vor allem die Balance zwischen zwei Elementen:

  • DNA des Mediums und DNA des Werbetreibenden
  • Bedürfnisse des Lesers und Nutzers, nicht des Senders

Wenn Native Advertising auf ihrem Marketingplan für 2019 steht, ist unser Tipp, dass Sie es zulassen, dass die Inhalte über der Marke stehen. Nur so ist Erfolg garantiert. Die besten Geschichten für ihren Erfolg. Denn nur die besten Inhalte werden die Nutzer veranlassen, auf den Post zu klicken.

2. Strategie: Native Advertising und Content-Marketing-Strategie

Integrieren Sie Native Advertising in Ihre Content-Marketing-Strategie. Wenn Sie bereits eine Content-Marketing-Strategie haben, ist es einfacher eine Native-Advertising-Strategie zu entwickeln und umgekehrt. Definieren Sie, wie Sie den Aufwand für Native Advertising messen, was Sie erreichen wollen und wie Sie es erreichen wollen. Legen Sie außerdem ein Budget fest. Das Schlüsselwort ist „authentisch sein“, denn Sie werden ertappt, sollten Sie es nicht sein.

3. Dritte und Influencer auswählen

Bleiben sie immer glaubwürdig, denn:

  • Verbraucher wollen Transparenz
  • Authentizität ist die neue Professionalität
  • Eine Marke muss einen authentischen Zweck verfolgen, der dem Kunden Mehrwert bringt

Wenn Sie als Marketingmanager einen Drittanbieter/Influencer auswählen müssen, dann helfen Ihnen diese fünf Kriterien:

  1. Besitzt der Drittanbieter Autorität in der Zielgruppe, in dem Bereich im Markt und auch medienübergreifend?
  2. Stellt der Drittanbieter der Zielgruppe bereits relevante Mitteilungen zur Verfügung oder nehmen Sie ein Risiko auf sich?
  3. Wie bezieht der Drittanbieter die Zielgruppe in das Thema ein? Hat er bereits Erfahrung? Mit welchem Erfolg?
  4. Werden Sie Ihre KPIs erreichen?
  5. Worüber hat dieser Drittanbieter bisher kommuniziert?

4. Video und das lange Format

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, dass wir viel Energie für die visuellen Aspekte aufwenden. Außerdem sollten wir keine Angst vor Längen haben, denn Tiefgang ist beliebt. Das sind gute Nachrichten, da dies eine Stärke des Native Advertising ist.

5. Verteilen Sie Ihr Budget auf Produktion, Tests und Vertrieb

Es ist entscheidend, dass Sie testen, welcher Content die besten Ergebnisse erzielt, damit Sie ihn verändern und anpassen können. Definieren Sie im Vorhinein, wie und wann Sie Ihren Content und Ihr Format testen wollen. Gliedern Sie Ihr Budget im Voraus gemäß ihrem Zeitplan nach den Posten Produktion, Tests und Distribution auf.

6. Vorsicht Schleichwerbung

Es gibt immer noch viel Kritik an Native Advertising. Es sei eine bewusste Irreführung der Nutzer, heißt es da. Dabei gibt es klare und auch recht einfache Regeln. Illegale Schleichwerbung liegt nur dann vor, wenn der Inhalt nicht klar als Werbung gekennzeichnet ist. Außerdem muss die Werbung vom übrigen Inhalt der Angebote getrennt sein, so wird es im Rundfunkstaatsvertrag gefordert. Zusätzlich kommt es noch auf den Inhalt an. Wenn der relevant und hilfreich ist, dann stören sich mehr als 70 Prozent der Nutzer nicht an dieser Form von Werbung.

7. Die drei erfolgreichsten Formen

  1. Text-Bild-Anzeigen: Diese bestehen in der Regel aus einer Grafik, einem Titel und einem kurzen Text. Der Inhalt soll den Nutzer dazu animieren auf den Beitrag zu klicken. Sobald er klickt, wird er auf die Homepage des Werbetreibenden oder auf eine Landingpage weitergeleitet. Sie zahlen hier lediglich für die Anzahl der Klicks. Text-Bild-Anzeigen können so ausgesteuert werden, dass sie sich in das inhaltliche Umfeld der Umgebung einfügen.
  2. Native Advertorial: Hier wird ein Text in das redaktionelle Umfeld einer Webseite eingefügt. Er passt sich dabei textlich und optisch an das redaktionelle Umfeld an. Native Advertorials sind also bezahlte Beiträge, die als Werbung gekennzeichnet sind und für einen bestimmten Zeitraum erscheinen. In der Regel werden sie im Gegensatz zu Text-Bild-Anzeigen nicht von AdBlockern blockiert. Der Vorteil: Der Werbetreibende profitiert vom Image des Werbetreibenden und kann dies nutzen.
  3. "True Native Advertising": Das Wörtchen „True“ bedeutet, dass hier eine uneingeschränkte Einbindung in das Medium das Ziel ist. Die Werbung liegt physisch nicht mehr auf dem Content-Management-System des Betreibers, sondern wird über einen Adserver ausgeliefert - und kann zeitgleich auf mehreren Webseiten ausgespielt werden. Abgerechnet wird bei True Native Advertising zum Beispiel mit Click-per-View auf die Artikel.

Native Advertising wird also weiter ein großer Treiber des digitalen Marketings sein. Aber Vorsicht: Es geht nicht um Masse, sondern um die Frage, wie Sie aus mit ihren digitalen Angeboten aus der Masse herausstechen. Denn Aufmerksamkeit ist die neue Internet-Währung.

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