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Augmented Reality (AR) - Mit Blinzeln zu Milliarden-Impressions

Michael Merx, 29.10.19, 10:00

Wenn eine 17-jährige Influencerin aus den USA mit sogenannten Augmented Reality-Linsen auf Snapchat über 17 Milliarden Views erzielt, dann weckt das bei Marken und Unternehmen höchste Aufmerksamkeit. Und es zeigt sich noch etwas überdeutlich: Augmented Reality ist inzwischen im Mainstream angekommen, weil dadurch Reichweite und Interaktion auf digitalen Kanälen, insbesondere in jungen und schwer erreichbaren Zielgruppen, erzielt werden kann.

Augmented Reality wird bei Wikipedia offiziell so beschrieben: „Unter erweiterter Realität (auch englisch augmented reality, kurz AR) versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Diese Information kann alle menschlichen Sinnesmodalitäten ansprechen.“ Augmented Reality (AR) ist also eine Erweiterung der Umweltwahrnehmung durch computergestützte Zusatzinformationen. Die Technik an sich ist bereits Millionen von Usern durch die Augmented Reality App, nämlich dem Spiel „Pokémon Go” bekannt.

Augmented Reality© Pixabay

Übersetzt in das Hier und Jetzt heißt das, dass junge Entwickler mit AR-Effekten auf Snapchat und Instagram ordentlich Business machen. Ein ebenfalls 17-jähriger Teenager aus Russland hat das vor Jahren erfolgreiche Spiel „Flappy Bird“ in eine AR-Anwendung integriert. Die Nutzer können dabei mit einem einfachen Blinzeln einen kleinen Vogel durch virtuelle Landschaften steuern. Einfache Anwendung, hipper Style, gute Unterhaltung. Und genau dieser Mix sorgt in der Regel für Reichweite, hier waren es weltweit in zwei Wochen über eine Milliarde Views auf Instagram.

In diesem Fall wurde die Spark Augmented Reality Plattform von Facebook benutzt, die einst als Kamera-Effekt-Plattform gestartet war. Diese Plattform steht nach einer erfolgreichen Beta-Phase seit August, nun allen offen. Externe Entwickler können sich die Software kostenlos herunterladen und so eigene Effekte beispielsweise für die Instagram Story-Kamera entwickeln. Und so ging schließlich auch der kleine Vogel auf die virale Reise. Mit den bekannten Effekten. Insbesondere in Asien, schon seit langem der weltweite Early Adopter in Sachen digitaler Spielweise, erreichte das „Flying Face“, so heißt die Anwendung, siebenstellige Abrufzahlen bis hin zu den angesprochenen weltweiten eine Milliarde Impressions.

© https://www.youtube.com/watch?time_continue=3&v=tI54LMHk-J0

Eine 27-jährige Berlinerin liefert hierzulande ebenfalls beeindruckende Zahlen. Ihre Filter sind weniger spielerisch, sie lassen die Nutzer bei der Anwendung wie futuristisch-künstliche Wesen erscheinen. Ein Entwickler aus Ulm erzielt mit virtuellen Rahmen für Bilder und Videos 143 000 Impressions in einer Woche. Und die Entwickler werden inzwischen selbst zu ernsthaften Influencern. So hatte die junge Berlinerin zum Start ihrer Karriere nur wenige Follower, jetzt mit dem AR-Erfolg sind es bereits über 800 000. Und sie verdient jetzt richtig Geld, ist ausgebucht, produziert nur noch im Kundenauftrag. Große Marken und Unternehmen sichern sich ihre Dienste. Sie war beispielsweise schon für Mercedes und High-Fashion-Konzerne genauso aktiv wie für Popstars wie Billie Eilish.

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Einige Zeit lang sah es so aus, als würde Snapchat die Erwartungen nicht erfüllen können, die Nutzerzahlen gingen sogar zurück. Die AR-Filter, die bei Snapchat im sogenannten Lens-Studio kreiert werden, erzielen inzwischen große Reichweiten, könnten also der „Gamechanger“ für Snapchat werden. Die oben erwähnte 17-jährige US-Amerikanerin hat die 17 Milliarden Impressions mit 30 verschiedenen AR-Linsen erzielt. Die erfolgreichste zaubert den Nutzern Sommersprossen ins Gesicht. Wie gesagt, es muss einfach, hipp und unterhaltsam sein, dann funktioniert auch Augmented Reality.

Für alle Beteiligten ergeben sich massig Win-Win-Situationen. Die Entwickler profitieren von den kostenlosen Angeboten von Instagram und Co., mit denen sie reichweitenstarke AR-Anwendungen entwickeln können. Snapchat und Instagram bringt das mehr Nutzer, mehr Daten und hohe Interaktion. Die Entwickler profitieren von kommerziellen Aufträgen. Marken und Unternehmen legen inzwischen je nach Aufwand zwischen 7 000 und 30 000 Euro für einen AR-Effekt auf den Tisch.

Das alles sind klare Zeichen dafür, dass Augmented Reality im Mainstream angekommen ist und es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch kleinere und mittlere Unternehmen auf den Zug aufspringen.

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