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6 Tipps für erfolgreiches Facebook-Targeting

Michael Merx, 26.06.19 10:00

Bei den Europawahlen gab es teilweise deutliche Klatschen für die etablierten Parteien in Deutschland. Doch gerade der Verlierer der Wahl, die SPD, hat das höchste Budget aller Parteien hierzulande in Facebook-Werbung gesteckt. Knapp über 213 Millionen Euro waren es bei den Sozialdemokraten vor der Europawahl, gegenüber 196 Millionen Euro bei der Union aus CDU und CSU. Recht deutlich dahinter rangieren die Grünen, die gleichzeitig die Wahlgewinner waren. Diese Zahlen wurden von Facebook nach viel politischem Druck kurz vor der Wahl im Ad Library Report veröffentlicht.

Vielleicht haben die etablierten Parteien nicht die besten Botschaften für ihr Wahlvolk gehabt, vielleicht haben sie aber schlicht und einfach beim Facebook-Targeting versagt. Und genau zu diesem Thema wollen wir Ihnen heute einen Einstieg geben.

Facebook Targeting © ESB Professional / Shutterstock.com

Eins vorneweg: Die Nutzer scheinen Facebook das Daten-Debakel und die Skandale der vergangenen Monate verziehen zu haben. Die Anmeldungen steigen – und im vergangenen Jahr stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr in manchen Quartalen um fast 50 Prozent. Laut Zahlen, die Facebook im März veröffentlicht hat, gibt es in Deutschland inzwischen 32 Millionen Nutzer pro Monat. 23 Millionen Nutzer sind täglich auf dem Netzwerk unterwegs. Und der Anteil der mobilen Nutzung ist mit 91 Prozent inzwischen gewaltig.

Im Zusammenhang mit den verschiedenen Skandalen hatte Facebook Veränderungen angekündigt, um seine User besser vor Datenzugriff schützen zu können. Die wichtigste neue Funktion soll dabei in den kommenden Monaten die sogenannte „Clear History“ werden. Mit dieser Funktion sollen die User einsehen können, wo sie ihren digitalen Fußabdruck hinterlassen haben. Sie können diesen löschen und alle künftigen Zugriffe unterbinden. Zerstört sich Facebook damit sein Geschäftsmodell? Wird Targeting über Facebook Pixels, mit dem Zugriffe auf ihrer Landingpage mit der Facebook-Community abgeglichen werden, damit unmöglich?

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Die Experten gehen davon aus, dass das nicht passieren wird. Sehr wahrscheinlich werden sich nur wenige User die Mühe machen, sich per „Clear History“ quasi unsichtbar zu machen. Deshalb ist und bleibt Facebook-Targeting extrem wichtig. Deshalb hier sechs Punkte für den Einstieg in das Thema:

1: Erste Zielgruppe definieren (Audience)
Reden Sie im ersten Schritt mit Ihren Vertrieblern und mit Ihren Marketern. Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Wie alt sind die Kunden, sind sie eher männlich oder weiblich? Woher kommen sie überwiegend, aus welcher Stadt, aus welcher Region? Wenn Sie diese Informationen kennen, kann es losgehen.

2: Facebook Pixels schon installiert?
Nur mit diesem Tool können Sie Ihre Facebook-Ads gegenchecken beziehungsweise auf Erfolg überprüfen. Dieses Tool gleicht auf allen Unterseiten Ihrer Landingpage ab, wer Sie besucht hat. Gleichzeitig können Sie auslesen, ob diese User auch bei Facebook angemeldet sind. Nein, es geht nicht um Datenübertragung, das ist ein reiner Abgleich.
 
3: Audience und Anzeigen optimieren
Wenn Sie die erste Anzeige geschaltet haben, sollten Sie in den nächsten Tagen immer wieder den Check machen: Wie performt die Anzeige, bei wem und in welcher Altersgruppe? Aber Vorsicht: Bei kleinen Zielgruppen können die Preise für die Ads steigen, weil sich diese nach Angebot und Nachfrage richten. Muss ich eine Anzeige rausnehmen, weil sie gar nicht funktioniert? Muss ich sie auf eine bestimmte Zielgruppe optimieren? Nach diesem Prozess verfügen Sie im Bestfall über eine „Lookalike Audience“, also eine Zielgruppe, von der Sie wissen, dass die Anzeigen performen.

4: Custom- und Lookalike Audience erstellen
Eine „Custom Audience“ kann man anlegen, indem man eine Datei mit Zielgruppendaten hoch lädt. Man erstellt also eine "customized" Zielgruppe. Das erfordert, dass man mindestens E-Mail-Adressen von potentiellen Kunden hat und die Daten natürlich DSGVO-konform dokumentiert. Dadurch dass man jetzt schon sehr viele (potenzielle) Kundendaten und maßgeschneiderte Zielgruppendaten bereitgestellt hat, kann nun Facebook, wenn gewünscht, aus diesen Bestandskunden Zwillingszielgruppen (Lookalike Audiences) generieren und die Zielgruppe um Personen wachsen lassen, die den Bestandskunden am meisten ähneln.

5: Re-Targeting als Steigerung
Wenn Sie jetzt die Möglichkeit haben, Ihre Bestandskunden oder Website-Besucher auf Ihren Online-Präsenzen wiederzuerkennen und Werbeinhalte aussteuern, dann haben sie die sogenanntes Re-Targeting betrieben.

6: Was noch?
  • Experimentieren Sie! Buchen Sie immer wieder auch Ads mit von der Lookalike Audience abweichenden Merkmalen. Vielleicht ergeben sich völlig neue Zielgruppen und Möglichkeiten.
  • Gleichen Sie die Käuferlisten regelmäßig ab, damit Sie rechtzeitig erkennen, ob sich im Kaufverhalten etwas verändert oder nicht.
  • Optimieren Sie Ihre Anzeigen mit dem Analyse-Tool ständig, denn den einen Königsweg für alle Unternehmen und Branchen gibt es nicht.

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